Was muss sich in Zukunft mit Hinblick auf die gesundheitliche Unterstützung für Queers ändern?

Viele Menschen, die zur Community gehören bzw. sich mit ihr identifizieren können, haben eine klare Forderung: Sie möchten, dass Queers in Zukunft in gesundheitlicher Hinsicht mehr unterstützt werden. Unter anderem haben viel Forschungsarbeit und neue wissenschaftliche Erkenntnisse dazu geführt, dass sich die Lage für LGBTQIA+ Personen in vielerlei Hinsicht verbessert hat. Gleichzeitig gibt es aber auch noch viel zu tun.

Nun wurden Forschungsergebnisse veröffentlicht, die sich mit genau diesem Thema auseinandersetzen und unter anderem vom RKI und der Deutschen Aidshilfe unterstützt wurden.

Eine Frage spielte in diesem Zusammenhang eine besonders wichtige Rolle: „Wie können queere Personen im Gesundheitswesen besser behandelt werden?“. Als besonders wichtig erschien auch die Frage, wie vor allem trans und nicht-binäre Menschen mit Hinblick auf sexuelle Gesundheit besser unterstützt werden können.

Gesundheitliche Unterstützung für Queers

Mehr „Checkpints“ und „Testing Days“ gefordert

Insgesamt hat die Deutsche Aidshilfe im Rahmen des Berichts fünf Empfehlungen ausgesprochen, mit deren Hilfe die gesundheitliche Ausgangssituation für Queers verbessert werden soll. Basierend hierauf soll unter anderem der Verbreitung von HIV und Geschlechtskrankheiten vorgebeugt werden.

Eine mögliche Lösung: Sogenannte Checkpoints, die vor allem in größeren Städten installiert werden sollen. Die Anzahl dieser Beratungsstellen ist noch vergleichsweise überschaubar, sodass es vielen Menschen mit einem entsprechenden Bedarf schwerfällt, diese zu erreichen. Hier ist definitiv noch Luft nach oben.

Weiterhin empfiehlt die Deutsche Aidshilfe, auf sogenannte „Testing Days“ zu setzen. Diese könnten sowohl von den Aidshilfen als auch von Praxen ins Leben gerufen werden und sollten unter anderem auch besser auf nicht binäre- und trans-Menschen zugeschnitten werden. Je genauer und individueller hier beraten werden kann, umso besser.

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Gesundheitliche Unterstützung für Queers

Informieren, aufklären und schulen

Zudem betonen die Forschenden, dass es unter anderem nach wie vor wichtig sei, weiter aufzuklären und Broschüren zu erstellen, die möglichst keine Fragen offenlassen. Die Menschen sollten erfahren, wie es möglich ist, den eigenen Schutz (beispielsweise vor HIV oder Geschlechtskrankheiten) zu verbessern.

Auch hier soll der Fokus mehr auf den Bedürfnissen und der Lebenswelt von trans- und nicht-binären Menschen liegen. Auf diese Weise könne den Adressaten noch besser geholfen werden. Die LGBTQIA+ Welt ist im Laufe der Zeit immer bunter geworden und viele Menschen haben nun die Möglichkeit, sich besser mit sich zu identifizieren. Genau dem muss mithilfe der passenden Infomaterialien auch Rechnung getragen werden.

Selbstverständlich reicht es jedoch nicht aus, „nur“ individuell gestaltete Broschüren zu verteilen. Hier ist es wichtig, noch einen Schritt weiterzugehen und auch das medizinische Personal mit Hinblick auf Transsexualität und nicht-binäre Menschen besser zu schulen. Denn: Aus Unwissenheit passiert es leider immer noch, dass Betroffene diskriminiert werden. Die Diskriminierenden sind sich dessen meist überhaupt nicht bewusst.

Genau das kann letztendlich aber dafür sorgen, dass sich nicht-binäre und transsexuelle Menschen dazu entscheiden, die Angebote, die zur Verfügung stehen, nicht nutzen zu wollen. Und genau an dieser Stelle setzen die Vorschläge der Deutschen Aidshilfe und des RKI an.

Gesundheitliche Unterstützung für Queers

Last but not least: Die Forschung

Damit die gesundheitliche Situation von nicht-binären und transsexuellen Menschen in Zukunft noch weiter verbessert werden kann, braucht es letztendlich natürlich auch weitere Forschungsarbeit – nicht nur, aber auch mit Hinblick auf eine Bekämpfung von HIV und Geschlechtskrankheiten.

Es sei wichtig, in Queers nicht nur EINE Gruppe von Menschen zu sehen. Stattdessen setze sich die Community aus Personen zusammen, die sich mit Hinblick auf viele Merkmale unterscheiden – und das in allen Lebensbereichen. Gleichzeitig gälte es hierbei natürlich auch, die psychische Komponente nicht auszuklammern.

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