Die aktuellen Nachrichten zeigen einmal mehr, dass Diskriminierung von Queers weiter verbreitet ist, als es oft den Anschein haben mag. Unter anderem lässt auch das Verhältnis zwischen Kirche und Community immer wieder zu wünschen übrig.
Eines der zahlreichen Beispiele ist die Entwicklung im US Bundesstaat Michigan. Hier soll es in Zukunft Transsexuellen und Homosexuellen verboten sein, Sakramente zu empfangen. Möglicherweise sind von diesem Verbot nicht nur die Queers selbst, sondern auch deren Kinder betroffen.

Queere Menschen von Sakramenten ausgeschlossen

Welche Vorgaben gelten aktuell im Bistum Marquette?

Geht es nach der Meinung des Bistums Marquette (Michigan), sollen queere Menschen, allein deswegen, weil sie eben queer sind, keine Sakramente mehr empfangen dürfen.
Dies bedeutet, dass Queers dort in Zukunft zum Beispiel nicht gefirmt werden oder die Heilige Kommunion empfangen dürfen. Auch wenn einige Fragen zur praktischen Umsetzung der „neuen Vorgaben“ noch offen bleiben, zeigt sich klar, in welche Richtung die Neuerungen gehen. Wer sich „wagt“, so zu leben, wie er es möchte, wird quasi aus dem Alltag der Kirche ausgeschlossen.
In einem entsprechenden Dokument wird über die Menschen gesprochen, die „in einer gleichgeschlechtigen Partnerschaft leben“. Übersetzt bedeutet dies weiterhin: Wer seinen Glauben in vollem Umfang und MIT den Sakramenten leben möchte, darf – zumindest nicht öffentlich – zu seinem Partner/ seiner Partnerin stehen.
Besonders erschreckend: Wer beispielsweise schwul ist und dennoch die Heilige Kommunion empfangen möchte, wird dazu aufgerufen, Buße zu tun und sich zu trennen. Wer transsexuell ist und sich bereits einer etwaigen Operation unterzogen hat, „darf“ körperlich so bleiben, wie er ist. Dennoch gilt es für das Bistum als Grundvoraussetzung, das Geschehene zu bereuen.

Auch Kinder von Regenbogenfamilien werden ausgeschlossen

Die Einschränkungen gegenüber Kindern, die in Regenbogenfamilien aufwachsen, selbst aber heterosexuell sind, sind etwas „lockerer“. Die betroffenen Kinder dürfen „nur“ nicht getauft bzw. nicht gefirmt werden.
Einer der letzten Sätze, die in diesem erschreckenden Dokument festgehalten wurden, klingt in diesem Zusammenhang fast wie ein schlechter Witz. Hier heißt es, dass Diskriminierung in jedem Fall vermieden werden müsse.
Als offizielle Begründung für ihren Ausschluss aus den Dokumenten geben die Verantwortlichen an, dass Menschen, die sich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlten, nur dann als „Sünder“ bezeichnet werden dürften, wenn sie sich selbst dazu entschließen, queer zu agieren.

Das Verhältnis zwischen Queer Community und Kirche bleibt angespannt

Die aktuellen Geschehnisse zeigen einmal mehr „im Kleinen“, wie problematisch die Situation mittlerweile ist. Einzelne Bistümer dürften sich in diesem Zusammenhang auch des Rückhalts des Papstes gewiss sein.
Dieser erklärte auch in der jüngsten Vergangenheit immer wieder, dass sich Queerness und kirchlicher Glaube nicht miteinander vereinbaren ließen.

Viele Queers leben ihren Glauben dennoch aus

Auch wenn sich vor allem die katholische Kirche Queers und der Community im Allgemeinen gegenüber skeptisch zeigt, gibt es durchaus viele queere Menschen, die offenbar an Gott und nicht an die Kirche als Institution glauben und beides voneinander treffen können (und wollen).
Und trotz zahlreicher Rückschläge, die sich unter anderem darin zeigen, dass sich der Papst gegen die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ausspricht, bleibt immer noch die Hoffnung, dass sich die Kirche hier in den kommenden Jahren weiter öffnen wird. Vielleicht auch deswegen, weil es immer mehr junge Gläubige gibt, die sich aktiv dafür einsetzen, die Menschen der Community mehr zu integrieren und ihnen mehr Möglichkeiten einzuräumen, ihren Glaube und ihre Liebe zueinander mehr zu verbinden.

 

Übrigens, die „West Side Story“ wird in 9 Golfstaaten zensiert.

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