Schweiz: In einigen Kantonen kommt nun voraussichtlich auch die kirchliche Ehe für alle

In den Schweizer Kantonen Bern, Jura und Solothurn sollen gleichgeschlechtliche Paare in Zukunft auch die Möglichkeit geboten bekommen, kirchlich zu heiraten, wenn sie es wünschen. Es ist noch nicht allzu lange her, dass per Volksentscheid festgelegt wurde, dass es in der Schweiz generell möglich ist, als homosexuelles Paar zu heiraten. Bei den aktuellen Neuigkeiten handelt es sich um eine wunderbare Chance für alle gleichgeschlechtlichen Paare, ihren Glauben und ihre Liebe miteinander zu verbinden.

Bis alles durch ist, wird es jedoch noch ein wenig dauern. Die kirchliche Heirat für homosexuelle Paare soll voraussichtlich ab Sommer 2023 erlaubt sein. Die Freude über die aktuellen Entwicklungen ist jedoch schon jetzt groß. Und ganz sicher wird sich das Leben vieler Paare aus der LGBTQIA+ Community im kommenden Jahr noch einmal deutlich verändern.

Eine Frage bleibt allerdings offen: Ziehen andere Kantone in der Schweiz nach? Und wenn ja, wann? Gleichzeitig gilt es auch, im Hinterkopf zu behalten, dass noch Einspruch gegen den Beschluss erhoben werden kann. Die Meinung des Kirchenparlaments ist jedoch deutlich. Hier wurde der entsprechende Beschluss mit 141 befürwortenden Stimmen verabschiedet. Nur 15 Mitglieder des Parlaments plädierten für „Nein“. Sieben Personen enthielten sich komplett.

Kirchliche Ehe für alle in der Schweiz

Das Ergebnis umfangreicher Bemühungen

Dass im Kirchenparlament überhaupt über die Frage zur kirchlichen Hochzeit für gleichgeschlechtliche Paare abgestimmt werden konnte, ist das Ergebnis harter Arbeit. Schon im Sommer 2022 wurden die Forderungen immer lauter. Und selbstverständlich wurde in diesem Zusammenhang nicht nur die Frage „Dürfen homosexuelle Paare kirchlich heiraten, oder nicht?“ diskutiert.

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Wer sich ein wenig Zeit nimmt, um sich auch mit den angrenzenden Themenbereichen zu befassen, überlegt vielleicht auch, ob wirklich jeder Prieser, auch dann, wenn er nicht von der Ehe für alle überzeugt ist, dazu „gezwungen“ werden kann, zwei Menschen miteinander zu verheiraten, die dem gleichen Geschlecht angehören. Die Antwort: Nein! Laut Kirchenparlament ist es jedem Priester gestattet, eine solche Eheschließung für sich selbst abzulehnen.

In einer Zeit, in der sich jedoch auch immer mehr Mitglieder der Kirche selbst outen oder zumindest verlauten lassen, dass sie der Community positiv gegenüberstehen, dürfte es jedoch – gerade in den größeren Städten – kein Problem darstellen, einen Priester zu finden, der „seinen Segen gibt“.

Vorgesehen ist, dass alle Paare, die kirchlich heiraten möchten, eine standesamtliche Bescheinigung vorweisen können müssen.

Kirchliche Ehe für alle in der Schweiz

Wie gestaltet sich die Situation für Queers in der Schweiz?

Die queere Gemeinde der Schweiz konnte im Sommer diesen Jahren einen ganz besonderen Erfolg feiern. Denn: Seitdem ist es auch hier gleichgeschlechtlichen Paaren erlaubt, zu heiraten.

Auch wenn sich viele Stimmen aus dem konservativen Lager gemeldet hatten, die den Beschluss in letzter Minute kippen wollten, indem sie Horrormeldungen über queere Menschen auf Plakate drucken ließen und diese an öffentlichen Plätzen aushängen, entschied das Volk, dass die Ehe für alle realisiert werden sollte. Damals stimmten mehr als 60 Prozent dafür.

Die Schweiz gilt Queers gegenüber als vergleichsweise tolerant. Klar: Menschen mit Vorurteilen gibt es auch hier. Und wer bedenkt, dass die Ehe für alle beim Volksentscheid mit mehr als 60 Prozent angenommen wurde, muss auch im Hinterkopf behalten, dass immer noch knapp 40 Prozent entweder dagegen stimmten oder sich komplett enthielten.

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Die Szene ist im Laufe der Zeit jedoch immer mehr gewachsen. Und unter anderem ist es auch die Zürich Pride, die so bunt und vielseitig ist, dass sie jedes Mal auch etliche Menschen aus dem Ausland anzieht.

Kurz: Die Situation für Queers in der Schweiz ist weitestgehend von Toleranz und Akzeptanz geprägt. Und – dank des Beschlusses des Kirchenparlaments – könnten hier in Zukunft vielleicht sogar Community und Kirche näher zusammenrücken.

 

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