Wandel bei Bischof Dieser – Homosexualität ist „gottgewollt“

Nicht nur einzelne „Schäfchen“ innerhalb der Gemeinden der katholischen Kirche sind für eine Lockerung der katholischen Richtlinien und Gesetze. Auch immer mehr Bischöfe und Kardinäle melden sich zu Wort und fordern in einigen Bereichen ein neues Denken der Kirche.

Bischof Helmut Dieser hat es mit einer besonderen Aussage in die Schlagzeilen geschafft. Er stand homosexuellen Menschen nicht immer positiv gegenüber.

Mit einem seiner letzten Statements wandte er sich jedoch von den konventionellen Vorstellungen der katholischen Kirche ab. Er betonte in diesem Zusammenhang in Interview mit zwei christlichen Magazinen, dass auch Homosexualität gottgewollt sei. Seine Sicht auf die Dinge hat sich verändert und offenbar hat der Geistliche absolut kein Problem damit, genau das auch nach außen zu zeigen.

Bischof Dieser mit klarem Statement

Eine grundsätzliche Frage: Ist Homosexualität eine Sünde?

Viele Mitglieder der Kirche sehen Homosexualität immer noch als eine Sünde an. Die entsprechenden Beweise ziehen die Gegner gleichgeschlechtlicher Beziehungen meist aus der Bibel.

Mittlerweile zeigen sich viele Vertreter der katholischen Kirche in etlichen Bereichen glücklicherweise toleranter und betonen auch, dass niemand aus der Gemeinschaft ausgestoßen werden solle. Doch das Sakrament der Ehe dürfen homosexuelle Paare bis heute nicht empfangen. Segnungen stehen viele Verantwortliche der Kirche ebenfalls skeptisch gegenüber. Kurz: Es gibt viel zu diskutieren.

Besonders interessant ist es in diesem Zusammenhang natürlich, dass sich auch immer mehr Mitarbeiter der katholischen Kirche melden und nicht nur zu ihrem Glauben, sondern auch zu ihrer Queerness stehen.

Einer der prominentesten Verfechter unter den Geistlichen ist nun Bischof Dieser. Er betonte, er sei sich sicher, dass „Homosexualität keine Panne Gottes, sondern gottgewollt“ sei.

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Viele Geistliche widersetzen sich mittlerweile dem Vatikan

Und was sagt eigentlich der Vatikan? Hier ist die Meinung klar. Das Kirchenoberhaupt der katholischen Kirche sieht Homosexualität immer noch als Sünde an. Entgegen dieser Auffassung sind jedoch immer mehr Geistliche der Meinung, dass jeder für sich selbst entscheiden sollte, wen er liebt.

Auch Bischof Dieser betont in diesem Zusammenhang, dass sich niemand seine Sexualität aussuchen könne, den Glauben jedoch schon. Liebe könne keine Sünde sein – zumindest laut seiner Auffassung nicht.

Bischof Dieser steht mit seiner Meinung nicht allein da. Obwohl der Papst Segnungen homosexueller Paare verboten hat, gibt es immer mehr Geistliche, die sich über genau dieses Verbot hinwegsetzen und genau solche Segnungen durchführen. Sie betonen, dass jeder, der segnet, seine Entscheidung mit seinem eigenen Gewissen ausmachen müsse.

Die Segnungen werden von vielen gleichgeschlechtlichen Paaren positiv aufgenommen. Vor allem in den größeren Städten kommen viele regelmäßig zusammen, um der Welt zu beweisen, dass sich queeres Leben und der Glaube nicht ausschließen.

Viele waren vom Ergebnis der Synodalversammlung enttäuscht

Nicht nur die Community, sondern auch viele Gläubige blickten in den letzten Tagen gespannt auf das Ergebnis der Synodalversammlung. Sie hofften, dass es in ihrem Zusammenhang zu einer Neubewertung der kirchlichen Sexualmoral kommen würde. Leider blieb die Zwei-Drittel Mehrheit, die hierzu nötig gewesen wäre, jedoch aus.

Es wäre jedoch sicherlich auch falsch, jetzt zu früh negative Schlüsse zu ziehen. Denn: Zumindest hat die Ablehnung einer Neuausrichtung in der Öffentlichkeit eine größere Diskussion nach sich gezogen. Auch unter den Bischöfen wird nach wie vor beraten und argumentiert.

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In diesem Zusammenhang muss auch beachtet werden, dass es natürlich nicht allein die katholische Kirche in Deutschland ist, die darüber entscheidet, welche Sexualmoral die weltweite Kirche vertritt. Letztendlich hat – gerade in internationaler Sicht – der Papst das letzte Wort.

Die Hauptsache ist: Es wird gesprochen. Und allein die Tatsache, dass das „Nein“ im Rahmen der Synodalversammlung zu derart heftigem Gegenprotest – auch unter den Bischöfen – geführt hat, zeigt, dass sich auch in den eigenen Reihen immer mehr Gegenwind zeigt.

 

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