Die katholische Kirche und ihre Meinung zu Trans-Personen – eine „neverending story“

Während in anderen Teilen der USA in der evangelisch-lutherischen Kirche ein transsexueller Bischof ins Amt gewählt wurde, müssen Katholiken offensichtlich noch sehr lange auf diese Art von Gleichberechtigung warten. Unter anderem war es Bischof Michael Francis Burbidge, der im Rahmen der Diskussionen rund um Diversity und Kirche bzw. Glauben erneut Öl ins Feuer goss. Burbidge ist seit einiger Zeit Bischof des Bistums Arlington. Er erklärte unlängst, dass es Transsexualität nicht gäbe und löste damit innerhalb der LGBTQI+ Community viel Unverständnis aus.

Das Dokument zu seinen Aussagen wurde auf der Homepage der Diözese von Arlington veröffentlicht. Schon in den ersten Zeilen zeigt sich, wie fixiert der Bischof in seiner Meinung rund um die bereits oft zitierte „Gender Ideologie“ zu sein scheint. Allein der Satz: „This situation presents a serious challenge for all members of the Church because it presents a view of the human person contrary to the truth.“ und der Bezug darauf, dass es eben nicht in der Macht der Menschen läge, “self defined” über ihr Geschlecht zu bestimmen (oder sich dem anderen Geschlecht vielmehr zugehörig zu fühlen), dürfte sich wie ein Schlag ins Gesicht aller Betroffenen anfühlen.

Die „neverending story“ der katholischen Kirche

Laut Burbidge gibt es keine Transsexualität

Stattdessen würde die Kirche dafür stehen, dass ein Mensch entweder als Mann oder als Frau geschaffen wird. Niemand sei ein Transgender. Gleichzeitig spricht sich der Bischof dagegen aus, Kindern genau diese Werte zu vermitteln und zitiert in diesem Zusammenhang den Papst: „Today children-children!-are taught in school that everyone can choose his or her sex. Why are they teaching this?.

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Wer sich dennoch als Transgender sähe, sei wohl verwirrt oder würde das Falsche glauben. Falsch sei es zudem, das eigene Geschlecht abzulehnen. Aber: sie Betroffenen seien deswegen keine schlechten Menschen. Immer wieder nimmt der Bischof in seinen Aussagen Bezug auf die Aussagen des Oberhauptes der katholischen Kirche. Gleichzeitig verbindet er seine Statements gegen Transsexuelle in regelmäßigen Abständen mit den Zusätzen „Ideologie“ und nutzt damit genau das Wort, das bereits in der Vergangenheit in den Diskussionen zwischen der Kirche und der Community für viel Aufruhr sorgte. Immerhin unterstreicht diese Bezeichnung ebenfalls seine Aussage, Transsexualität sei lediglich ein menschengemachtes Konstrukt aber keine Tatsache.

Der Papst und Bischof Arlington scheinen einer Meinung zu sein

Dies zeigt sich nicht nur anhand der zahlreichen Zitate und Verweise auf der Homepage der Diözese, sondern auch an den Geschehnissen der Vergangenheit. Dass die katholische Kirche in der Vergangenheit immer wieder Transsexuelle bzw. die LGBTQI+ Community kritisierte, ist nicht neu. Der erwähnte Begriff der Gender-Ideologie stammt beispielsweise aus dem Jahre 2019.

Innerhalb der Kirche gibt es unter anderem auch immer wieder noch radikalere Positionen als die des Bischofs von Arlington. So gibt es mittlerweile auch durchaus Geistliche, die eine Anpassung des Geschlechts als Sünde ansehen.

Besonders interessant sind in diesem Zusammenhang jedoch auch die Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern. Vor allem in Amerika scheinen die Fronten zwischen der LGBTQI+ Community und der katholischen Kirche mittlerweile mehr als verhärtet zu sein.

Weitaus offener: die evangelische Kirche

Ein Blick auf die evangelische Kirche zeigt, dass sich gleichgeschlechtliche Liebe, Diversity und Co. mitunter auch weitestgehend unkompliziert mit dem Thema Glauben verbinden lassen. Besonders prominente Beispiele hierfür sind die beiden lesbischen Pastorinnen, die hinter dem YouTube Kanal Anders Amen stecken.

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Sie thematisieren ihr Leben, ihren Glauben und ihre Liebe offen und erreichen so ein breitgefächertes Publikum. Auch wenn sie sich ebenfalls mit viel Kritik auseinandersetzen müssen, so zeigen sie, dass sich Grenzen, die einmal gesteckt wurden, oft überwinden lassen. Ob bzw. wann und inwiefern die katholische Kirche es queeren Gläubigen ebenfalls irgendwann einmal erlauben wird, ein solches Amt einzunehmen, bleibt (wahrscheinlich noch lange) abzuwarten.

 

Trotz allem betritt in den USA der erste Transsexuelle Bischof sein Amt.

One response to “Die „neverending story“ der katholischen Kirche”

  1. Man orientiere sich am ICD-10 F.64.0, worunter Transsexualismus als Störung der Geschlechtsidentität aufgeführt wird. Zur Erläuterung des ICD-10, folgendes (Wikipedia): “Die Internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD, englisch: International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems) ist das wichtigste, weltweit anerkannte Klassifikationssystem für medizinische Diagnosen.” Man stelle sich vor, dass eine penetrante Minderheit von Gestörten selbst vor der katholischen Kirche keinen Halt macht, ihren perversen Narzissmus nach der Einstellung “Alle denken und dachten falsch, nun kann man sich sein Geschlecht aussuchen oder gar erfinden” durchzusetzen. Dass die Kirche als einer der Vertreter eines Glaubens einen absoluten Anspruch erhebt, sodass nur Mann und Frau bestehen und dass jeder dem Geschlecht angehört, für welches er nach Gott auf die Welt kam, ist selbstverständlich. Wenn es dieser Minderheit das nicht passt, sollte sie doch eine neue Kirche gestörten Bekenntnisses gründen, oder ein Bekenntnis mit finanzieller Nachhilfe zur Homo-Kirche umfirmieren, wie es ja bereits bei der evangelischen geschehen ist.

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