Der Papst und die queere Community – versöhnliche Worte?

Wer sich in der letzten Zeit ein wenig intensiver mit dem Verhältnis zwischen der katholischen Kirche und der Queer Community auseinandergesetzt hat, dürfte mitbekommen haben, dass es hier immer noch „die alten“ Spannungen zu geben scheint. Kleine Hoffnungsschimmer stellen in diesem Zusammenhang unter anderem die Segnungsgottesdienste für queere Paare dar, die auch von vielen Vertretern der Kirche befürwortet werden.

Nun wurde der Papst in einem Interview zum Thema befragt. Einige dürften seine jüngsten Aussagen überrascht haben. Denn: Die Töne, die hier angeschlagen werden, klingen fast schon „versöhnlich“…, auch, wenn definitiv noch ein weiter Weg zu gehen ist.

Der Papst über die queere Community

Papst beantwortet Fragen handschriftlich

Das Interview, das vielen gläubigen Queers durchaus ein wenig Hoffnung machen könnte, ist nicht lang. Genaugenommen wurden dem Oberhaupt insgesamt drei Fragen gestellt. Diese kamen von der Organisation „Outreach“.
Die Hauptbotschaft des Pontifex: Gott ist auch für Queers da. In einem handschriftlichen Statement erklärte der Papst, dass das Wichtigste, was Queers über Gott wissen sollten, sei, dass keines „seiner Kinder“ verleugnet werde. Stattdessen seien „Nähe, Barmherzigkeit und Zärtlichkeit“ „Gottes Stil“. So könne letztendlich auch Gott gefunden werden.

Viele Queers fühlen sich von der Kirche nicht akzeptiert

Letztendlich sind bzw. waren es auch viele Äußerungen der Vergangenheit, die dafür gesorgt haben, dass sich viele Queers von der Kirche nicht akzeptiert fühlen. Genau hiermit wurde auch der Papst im Rahmen der kleinen Fragereihe konfrontiert. Die Interviewenden wollten wissen, was der Papst jemandem entgegnen würde, der sich von der katholischen Glaubensgemeinschaft nicht akzeptiert fühle. Daraufhin antwortete er, dass die Kirche eine Art „Mutter“ sei, die alle ihre Kinder zusammenrufe. Eine Kirche, die hier selektieren würden, sei keine Kirche, sondern vielmehr eine Sekte.

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Was sich in einem Moment durchaus hoffnungsvoll anhört, enttäuscht – zumindest teilweise – im nächsten Augenblick. Denn…

Der Papst ist immer noch dagegen, queere Paare zu segnen

Wie auch schon im letzten Jahr, werden auch in 2022 wieder queere Paare gesegnet. Der Papst ist genau DAMIT jedoch nicht einverstanden. In der Vergangenheit ließ er keine Zweifel daran, dass er sich mit dieser Möglichkeit nicht anfreunden kann.

Seine Entscheidung, sich gegen die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare auszusprechen, stieß bei vielen Menschen auf Unverständnis und löste Diskussionen – unter anderem in den Sozialen Netzwerken – aus.

Queers bekamen und bekommen mittlerweile jedoch verstärkt Rückendeckung von vielen Verantwortlichen innerhalb der katholischen Kirche. Die Forderung: Eine stärkere Öffnung gegenüber der Queer Community und die Erkenntnis, dass sich sexuelle Orientierungen und Glaube nicht ausschließen müssen.
Wer nun jedoch dachte, dass innerhalb der verschiedenen Gemeinden klein beigegeben würde, der irrt. Es haben sich stattdessen viele Verantwortliche dazu entschlossen, queere Paare zu segnen und so eine ganz besondere Botschaft zu versenden.

Dass jedoch der Papst selbst hier in Zukunft einlenken wird, ist höchst unwahrscheinlich. Immerhin ließ er in der Vergangenheit immer wieder verlauten, dass es Homosexuellen weiterhin untersagt sein solle, kirchlich zu heiraten. Die Frage „Wie passen das jüngste Interview und Statements wie diese zusammen?“ dürfte jetzt – berechtigterweise – von vielen gestellt werden.

Steht die Kirche vor einer kleinen, großen Revolution?

Keine Frage: Die Wahrscheinlichkeit, dass sich „von jetzt auf gleich“ etwas am Umgang der Kirche mit Queers ändert, ist gering. Neue Ausrichtungen und eine 180° Wende brauchen Zeit. Es zeigt sich jedoch auch, dass mittlerweile auch viele Bischöfe hinter der Community stehen.

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Bleibt abzuwarten, wie der Papst mit dem Druck, der jetzt entsteht, umgehen wird. Immerhin hat er in seinen Reihen auch viele Vertreter, die am alten Status Quo festhalten wollen.

 

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