Wie könnten die Rechte von Regenbogenfamilien in der EU weiter gestärkt werden? Hierbei handelt es sich um eine Frage, die nicht nur die Community, sondern auch die Politik umtreibt. Einer, der sich aktuell besonders für die Community einsetzt und sich dementsprechend zu Wort meldet, ist Marco Buschmann von der FDP. Er möchte, dass das Urteil, das kürzlich vom Europäischen Bundesgerichtshof beschlossen wurde, in der gesamten EU umgesetzt wird.

Hiervon dürften nicht alle begeistert sein. Immerhin ist allein schon die Ausgangslage in verschiedenen Ländern der EU beispielsweise eine komplett andere als in Deutschland.

Mehr Rechte für Regenbogenfamilien

Was fordert Buschmann für Regenbogenfamilien genau?

Marco Buschmann macht sich aktuell unter anderem dafür stark, dass Elternschaften, die in einem Land der EU offiziell anerkannt wurden, automatisch auch in den anderen Ländern der Europäischen Gemeinschaft anerkannt werden. Hierbei dürfe nicht zwischen Hetero- und Homo-Partnerschaft unterschieden werden.

Buschmann definiert das Ganze im nächsten Schritt noch genauer, indem er erklärt, seiner Meinung nach sei es wichtig, dass jedes Land entscheiden dürfe, was als Familie gelte. Gleichzeitig sollten jedoch die Entscheidungen, die in diesem Zusammenhang von einem EU-Land getroffen wurden, von den anderen akzeptiert werden.

Moderne Familienformen“ dürften in diesem Rahmen nicht ausgeklammert werden. Familien, unabhängig davon, ob die Kinder beispielsweise mit gleichgeschlechtlichen Elternteilen aufwachsen, müssten ihre Freiheit im EU Raum nutzen können.

Mehr als „nur“ Toleranz

Wer sich ein wenig Zeit nimmt, um sich etwas genauer mit dem Thema auseinanderzusetzen, erkennt schnell, dass es hier um mehr als die emotionale Komponente und den Wunsch nach mehr Gleichberechtigung geht.

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Sollte sich eine Regenbogenfamilie beispielsweise dazu entschließen, innerhalb Europas umziehen und von einem Land, das ihr tolerant gegenübersteht, in ein Land ziehen, das die Rechte von Queers einschränkt, könnte dies jede Menge Probleme nach sich ziehen. Im schlimmsten Fall würden hierunter auch die Kinder leiden, da es beispielsweise Komplikationen beim Anmelden in der jeweiligen Wunschschule usw. geben könnte. Genau das soll durch die allgemeineren (und toleranteren) Regeln verhindert werden.

Was hat der Europäische Gerichtshof beschlossen?

Die Botschaft, die durch das Urteil des Europäischen Gerichtshofs in die Welt getragen wurde, war eindeutig: Mehr Rechte für Regenbogenfamilien. Sie sollen sich freier und uneingeschränkter in der EU bewegen können.

Gleichzeitig hat auch die Ampel Koalition beschlossen, die Rechte von Queers und Familien mit gleichgeschlechtlichen Elternteilen zu stärken. Besonders deutlich wurde dies in Bezug auf Regenbogenfamilien mit zwei Müttern. Hier gilt, dass die Ehefrau der leiblichen Mutter von nun an automatisch als das zweite Elternteil gelten soll. Dieses Recht soll in Zukunft nicht nur für verheiratete, sondern auch für gleichgeschlechtliche unverheiratete Paare gelten.

Nicht alle EU Länder dürften begeistert sein…

Es ist kein Geheimnis, dass die Meinungen darüber, wie viele Rechte Queers zugestanden werden sollten, innerhalb der EU teilweise deutlich auseinandergehen. Die Situation der Community gilt vor allem in Polen und in Ungarn als angespannt. Hier wird seitens der Politik immer wieder gegen die Szene gewettert. Auch unvergessen: Die LGBTQI+ freien Zonen in Polen und die homophoben Äußerungen von Victor Orbán.

Fest steht jedoch auch, dass beide Länder zur EU gehören, auch wenn sie sich nicht zu 100 Prozent mit deren Werten identifizieren können. Dementsprechend werden sie sich – basierend auf dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs – über kurz oder lang arrangieren müssen.

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