Dürfen Männer in der heutigen Zeit eigentlich auch Make-up tragen?

In einer Zeit, in der die Bedürfnisse der LGBTQIA+ Community immer mehr in den Fokus gerückt und die Rufe nach mehr Toleranz immer lauter werden, entscheiden sich viele Männer Make-up zu tragen.

Oft werden dabei die Künste vieler Frauen in den Schatten gestellt. Mittlerweile gibt es unter anderem etliche YouTuber, die in regelmäßigen Tutorials zeigen, wie es geht. Viele lieben es, auf diese Weise ihre Persönlichkeit auszudrücken, andere wollen „erschrecken“ und wieder andere unterstreichen auf diese Weise ihre eigene Attraktivität. In vielen Fällen kommen auch alle genannten Faktoren einfach zusammen. Fest steht: Wer sich ein wenig mit Geschichte auseinandersetzt, wird schnell erkennen, dass es für Männer schon früh „ganz normal“ war, sich zu schminken.

Dürfen Männer Make-Up tragen?

Männer haben sich schon in der Frühen Neuzeit geschminkt

… und das nicht zu knapp. Schon damals versuchten Männer mit Hilfe von Männer Make-Up  und Co. ihre Jugendlichkeit auszudrücken. Nicht nur im Gesicht, sondern zum Beispiel auch durch das „Färben“ der Haare.

Und auch in der Zeit der Ägypter liebten es viele Männer, beispielsweise mit Hilfe von Farbe, ihre Augen zu betonen oder ihre Nägel farblich in Szene zu setzen.

Wer sich als Mann in der heutigen Zeit dazu entschließt, sich zu schminken, handelt also vergleichsweise traditionell und befindet sich „in guter Gesellschaft“.

Niemand muss jedoch Geschichtswissenschaftler sein, um zu wissen, dass sich das Bild des „perfekten Mannes“ irgendwann verändert hat.

Eine Zäsur im 20. Jahrhundert

Vor allem ab dem 20. Jahrhundert war ein großer Teil der Gesellschaft der Meinung, dass ein Mann „stark“ und „hart“ sein musste. Die Grenzen zur Weiblichkeit wurden aufgebrochen… Oder anders: Ab dieser Zeit gehörte es zum guten Ton, sich NICHT zu schminken, um die eigene Maskulinität zu unterstreichen. Make-up und Co. gehörten nun in den weiblichen Bereich und waren – zumindest für die meisten Männer – tabu.

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Wie so oft sorgte dann letztendlich jedoch die Kunst, vor allem die Musik dafür, dass sich wieder mehr Männer trauten „zum Farbtopf“ zu greifen. Es waren Ikonen, wie zum Beispiel Elton John oder David Bowie, die zeigten, dass es durchaus möglich war, als Mann zu Lidschatten und Co. zu greifen.

Vor allem in der Zeit der 1980er und 1990er Jahre hatte sich jedoch einiges verändert. Denn: Jetzt standen sich die beiden Lager, die Verfechter des männlichen Make-ups und deren Gegner, deutlich aggressiver gegenüber. Bis heute fürchten viele Queers gewaltsame Übergriffe, wenn sie zum Beispiel geschminkt durch die Straßen laufen. Dezente Männer Make-up`s werden oft jedoch auch von großen Teilen der Gesellschaft „geduldet“.

Viele Beauty Firmen passen ihr Sortiment an

Die aktuellen Entwicklungen rund um Männer Make-up sind jedoch nicht abgeschlossen. Und mittlerweile gibt es auch viele Beauty Firmen, die bewusst auf Produkte für männliche Kunden setzen. Von Anti Falten Cremes bis hin zu aufwendigen Lidschatten Paletten ist hier so gut wie alles vertreten. Und immer wieder wird klar: „Nur“, weil es Produkt von einem Mann oder einer Frau präsentiert wird, bedeutet dies nicht, dass besagtes Produkt auch nur vom jeweiligen Geschlecht genutzt werden dürfte.

Die Meinungen über männliche Testimonials in Kosmetikwerbung gehen auseinander. Während manche absolut kein Problem damit haben, beispielsweise einen Lippenstift zu tragen, der in einer Kampagne von einem Mann auftragen wird, reagieren hier andere – gerade in den Sozialen Netzwerken – empfindlicher.

Viele Queers begrüßen es jedoch, dass hier zahlreiche Marken umdenken und „Regenbogen“-Kampagnen bei Weitem nicht mehr nur während des Pride Month stattfinden.

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One response to “Dürfen Männer Make-up tragen?”

  1. Viele männliche Zeitgenossen übersehen aber den biologischen Unterschied in der Hautstruktur und greifen unbesehen zu für die weibliche Haut kreierten Mittel, was langfristig zu Hautschäden führen kann. Also aufgepasst!

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