Umfrage zeigt: Schwule Küsse kommen nicht bei jedem gut an

Wie queer-freundlich oder -feindlich sind eigentlich die Deutschen? Fragen, wie diese werden unter anderem in regelmäßigen Umfragen geklärt. Die Friedrich-Ebert-Stiftung befasste sich nun mit der Frage, wie Heterosexuelle Schwule Küsse gegenüberstehen.

Von toleranten bis hin zu erschreckenden Antworten war hier so gut wie alles vertreten. Die Umfrage zeigte jedoch auch, dass viele Menschen offensichtlich immer noch ein Problem damit haben, wenn sich zwei Menschen des gleichen Geschlechts ihre Liebe zeigen.

Es gibt jedoch eine positive Nachricht: Die Entwicklung macht Mut! Die Antworten auf die Fragen waren tendenziell weniger homophob als sie es noch vor einigen Jahren waren.

Schwule Küsse sind unbeliebt

Circa 1/10 der deutschen Bevölkerung findet Schwule Küsse als „ekelhaft“

Vielleicht ist es die erschreckendste Erkenntnis der kompletten Umfrage: Das Statement „Es ist ekelhaft, wenn Homosexuelle sich in der Öffentlichkeit küssen.“ bejahten fünf Prozent der Befragten, vier Prozent ordneten die Meinung als „eher zutreffend“ ein.

Die gute Nachricht: 60 Prozent stimmten dieser Behauptung „überhaupt nicht“ zu. Ungeachtet dessen zeigt die Umfrage jedoch auch, weshalb viele Queers beispielsweise Angst davor haben, sich in der Öffentlichkeit zu Schwule Küsse oder „nur“ Händchen zu halten.

Einige Übergriffe auf homosexuelle Paare in der Vergangenheit zeigen, dass die Angst vor den Reaktionen der Anderen hier leider nicht immer unbegründet ist.

Wie hat sich die Einstellung zu queeren Paaren im Laufe der Zeit verändert?

Studien und Umfragen wie die der Friedrich-Ebert-Stiftung werden natürlich umso aussagekräftiger, wenn sie mit den Ergebnissen der Vorjahre verglichen werden. Erfreulicherweise zeigt sich hier, dass die Gesellschaft heutzutage weniger homophob zu sein scheint als es noch vor einiger Zeit der Fall war.

Innerhalb der letzten beiden Jahre konnten – ebenfalls besagten Ergebnissen zufolge –  nicht nur Vorurteile gegenüber Queers, sondern auch Vorurteile gegenüber Menschen aus anderen Ländern usw. abgebaut werden.

Eine gegenläufige Richtung zeigt sich jedoch mit Hinblick auf das Thema Antisemitismus. Die Feindlichkeit gegenüber Juden nimmt aktuellen Untersuchungen wieder zu.

Ein Aspekt, der mit Hinblick auf Umfragen dieser Art auffällt, ist unter anderem der Umstand, dass die Multiple Choice Optionen auch Raum für persönliche Überlegungen bieten. Wer sich noch nicht sicher ist, wie er zu einem bestimmten Statement steht, kann dies mit seiner Antwort deutlich machen. Ob „irgendwann in der Zukunft“ dann eine Entscheidung getroffen wird, ist dann wiederrum von verschiedenen Faktoren, unter anderem auch oft von der Meinung, die das direkte Umfeld vertritt, abhängig.

Auch die Politik und ihre Protagonisten scheinen einen großen Einfluss auf die Einstellung der Menschen zu haben. So sind diejenigen, die weitestgehend tolerante und offene Parteien wählen, in der Regel ebenfalls toleranter.

Macht die Umfrage Hoffnung? Welche Schlüsse können für die Zukunft gezogen werden?

Viele Menschen stehen den aktuellen Umfrageergebnissen rund um Schwule Küsse skeptisch gegenüber. Kein Wunder! Wer die Studien zu diesem Thema ein wenig genauer verfolgt, weiß, dass sich der Trend – sowohl in die eine als auch in die andere Richtung – verändern kann.

Hier spielen nicht nur der persönliche Geschmack und die Einstellung zur Liebe, sondern auch politische Ereignisse, Geschehnisse im Bereich des öffentlichen Lebens usw. eine wichtige Rolle. Auch die Sozialen Netzwerke sollten in diesem Zusammenhang nicht unterschätzt werden. Einschlägige Gruppen haben hier durchaus die Möglichkeit, meinungsbildend in die eine oder andere Richtung tätig zu werden.

Dass die aktuellen Umfrageergebnisse weniger homophob zu sein scheinen als sie es noch vor etwa zwei Jahren waren, ist ein gutes Zeichen – jedoch kein Grund, sich auszuruhen.

 

Der Churer Bischof ist für die “Bio-Ehe”!

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