#OutInChurch: 125 Mitarbeiter/-innen der katholischen Kirche outen sich

#OutInChurch

Es handelt sich um eine fast schon jetzt geschichtsträchtige Aktion. Unter dem Hashtag #OutInChurch haben sich 125 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der katholischen Kirche als queer geoutet. Unter anderem ist es ihr Ziel, sich gegen Diskriminierung zur Wehr zu setzen und auf diese Weise ein Statement abzugeben.
Die Aktion hat schon jetzt viel Lob kassiert. Die Riege derjenigen, die sich geoutet haben, ist breitgefächert… Und reicht vom Priester bis hin zum Religionslehrer. Unter anderem sind auch Mitarbeitende aus der Verwaltung der katholischen Kirche dabei.

Was fordert #OutInChurch genau?

Die Hauptforderung, die unter dem Hashtag #OutInChurch gestellt wird, ist klar: Es geht darum, Diskriminierung abzuschaffen und so beispielsweise dafür zu sorgen, dass Menschen nicht mehr aufgrund ihrer sexuellen Orientierung gekündigt wird u. ä. Zudem wird gefordert, die kirchliche Lehre entsprechend anzupassen und auch hier mehr Wert auf Gleichberechtigung zu legen. Anlass zur Kritik an der katholischen Kirche hat die Community in diesem Zusammenhang aktuell mehr als genug. Immerhin wird seitens vieler Verantwortlichen innerhalb der katholischen Glaubensgemeinschaft häufig betont, dass es beispielsweise nicht Gottes Plan entspräche, schwul zu sein.

OutInChurch möchte inspirieren

Mit #OutInChurch sind jedoch nicht nur Forderungen an die katholische Kirche und deren Umgang mit der Community verbunden. Den Aktivisten geht es unter anderem auch darum, anderen Mut zu machen, sich anzuschließen und sich als Mitarbeitende der katholischen Kirche ebenfalls zu outen.
Bleibt abzuwarten, wie die Kirche auf die Aktion reagieren wird. Immer wieder zeigte sich in diesem Zusammenhang, dass auch die Meinungen innerhalb der Glaubensgemeinschaft in der Vergangenheit stark auseinandergingen. So wurden beispielsweise die Segnungsgottesdienste für queere Paare, wie sie in einigen Gemeinden durchgeführt wurden, von manchen Christen gefeiert, von anderen als „falsch“ empfunden. Und so (oder so ähnlich) dürfte es sich auch mit #OutInChurch verhalten.

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#OutInChurch auf Instagram

Allein anhand des Zulaufs, den #OutInChurch mittlerweile auf Instagram verbuchen konnte, zeigt sich, dass die Behandlung dieses Themas vermutlich schon länger überfällig war. Binnen kurzer Zeit hat es die Seite geschafft, mit nur 15 Posts knapp 10.000 Follower zu generieren. Unter ihnen sind auch teilweise prominente Queers, wie zum Beispiel Ralph Morgenstern.
Mittlerweile werden auch die Medien auf die Aktion aufmerksam. Am 24.01.2022 lief beispielsweise eine Doku in der ARD, die den Titel „Wie Gott uns schuf. Die Doku zum großen Coming Out der katholischen Kirche“ trug. Wer sie verpasst hat, kann sie auch in der Mediathek nachschauen.

Die katholische Kirche in einer „Imagekrise“?

Zumindest von außen betrachtet, schreit in Bezug auf die katholische Kirche aktuell vieles nach einem Neuanfang. Dies gilt nicht nur mit Hinblick auf die Forderung nach mehr Gleichberechtigung für Queers, sondern auch in Bezug auf den Skandal rund um Josef Ratzinger. Dieser gab kürzlich zu, im Zusammenhang mit der Aufarbeitung der Missbrauchsskandale der katholischen Kirche falsche Angaben gemacht zu haben.
Ob sich die aktuellen Entwicklungen in der Anzahl der Kirchenaustritte aus der katholischen Kirche zeigen werden, bleibt abzuwarten. Diese waren im Jahr 2020 – vielleicht im Zusammenhang mit der Corona Pandemie – im Vergleich zum Jahr 2019 wieder etwas zurückgegangen. Fest steht: #OutInChurch ist ein idealer Beweis dafür, dass in vielen Ecken der Glaubensgemeinschaft ein frischer Wind zu wehen scheint. Inwieweit dieser jedoch dann wiederrum an der Spitze ankommt, bleibt abzuwarten.

 

Wie läuft es mit dem Glööckler im Dschungel?

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