Dokumentation „Wie Gott uns schuf“ erhält katholischen Medienpreis

Die katholische Kirche steht in letzter Zeit immer wieder in der Kritik. Immer wieder tauchen Negativschlagzeilen auf, die unter anderem auch zu einer hohen Anzahl an Kirchenaustritten geführt haben.

Mal geht es um Missbrauchsskandale, mal um die Diskriminierung gegenüber queeren Menschen. Obwohl Papst Franziskus selbst sich auch hin und wieder positiv gegenüber der Community äußert, weil auch diese Menschen „Kinder Gottes seien“ und „ein Recht auf Familie haben“, gibt es immer noch viele Menschen innerhalb der katholischen Kirche, die sich beispielsweise gegen die Segnung queerer Paare aussprechen.

Doch es gibt auch positive Nachrichten, die zeigen, dass nicht alle einem Umdenken gegenüber abgeneigt sind. Denn: Die katholische Kirche hat ihren diesjährigen Medienpreis an die Macher der Dokumentation „Wie Gott uns schuf“ übergeben. Das Preisgeld von 5.000 Euro wird unter den Beteiligten aufgeteilt.

Doku erhält katholischen Medienpreis

„Wie Gott uns schuf“ – eine Dokumentation führt zur Bewegung

Die Dokumentation „Wie Gott uns schuf“ zeigt viele Mitglieder und Mitarbeiter/ Mitarbeiterinnen, die katholisch glauben, aber eben auch queer sind. So zeigen sich zahlreiche homo-, bi- und transsexuelle Gläubige vor der Kamera und beweisen, dass sich Glaube und Queerness durchaus miteinander verbinden lassen. Insgesamt 120 Menschen zeigen sich im Rahmen der Doku derart offen.

Sie berichten über ihr Leben als Gläubige, Katholiken und darüber, wie sich der Glaube mit ihrer Sexualität vereinbaren lässt.

Genau das sorgte nicht nur für mediale Aufmerksamkeit, sondern auch für die Bewegung #OutInChurch. Seit die Dokumentation am 24. Januar über den Bildschirm lief, setzte sich die Aktion immer mehr in Bewegung und die Diskussionen über queere Mitglieder in der Glaubensgemeinschaft wurden neu entfacht.

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Toleranz in Zeiten der Diskriminierung

Die katholische Kirche in Deutschland behält sich vor, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung ihres Amtes zu entheben. Doch einzelne Bezirke und Bischöfe fordern mehr Toleranz gegenüber den Gläubigen …, Und zwar unabhängig davon, wen sie lieben.

So wurde es auch im offiziellen Statement ein Entscheidung des Katholischer Medienpreis angegeben. Die Menschen haben sich bewusst für ein Mitwirken in der Kirche entschieden, obwohl sie von vielen Mitgliedern hier diskriminiert werden. Weihbischof Matthäus Karrer findet passende Worte für die Dokumentation. Sie sei tief berührend, erschütternd und aufrüttelnd.

Doch welche Auswirkung hatte die Veröffentlichung der Dokumentation auf die Mitwirkenden? Immerhin dürfen sie aufgrund ihrer Sexualität theoretisch gekündigt werden. Tatsächlich haben viele das Glück, dass die Gemeinde und der Bischof hinter ihnen stehen und sie deshalb weiterhin ihren Beruf ausüben können.

Nun wurden immer wieder Forderungen nach einer Reform im katholischen Arbeitsrecht laut. So sollen die Betroffenen noch besser geschützt werden.

Welche Rolle spielt der Synodale Weg?

Der Synodale Weg wurde 2019 von einigen Bischöfen beschlossen. Er soll dabei helfen, eine gemeinsame Lösung für viele Probleme zu finden, die zwischen Gemeinde und Kirche bestehen.

Ein wichtiger Punkt ist hierbei die Aufhebung des Segnungsverbots für gleichgeschlechtliche Paare. Für die traditionelle katholische Kirche würde es sich hierbei um einen großen Schritt handeln.

Jedoch sieht auch der Synodale Weg keine Änderungen in Bezug auf die gleichgeschlechtliche Ehe vor. Dies bedeutet, dass auch in Zukunft gleichgeschlechtliche Paare nicht das heilige Sakrament der Ehe erhalten würden.

Der Vatikan hat schon jetzt verlauten lassen, dass er Einspruch gegen den Synodalen Weg einlegen werde. Frei nach dem Motto: „Es bleibt alles so, wie es ist.“

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Und genau dagegen will die Bewegung #OutInChurch kämpfen, damit irgendwann in Zukunft jedes Kind Gottes gleich behandelt wird.

 

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