In diesem Jahr geht der Pride Award 2021 an Georgine Kellermann

In der Vergangenheit wurden schon viele beeindruckende Persönlichkeiten mit dem Pride Award ausgezeichnet. 2021 erhält eine Person des öffentlichen Lebens diese Auszeichnung. Georgine Kellermann ist im WDR eine feste Größe. Schon seit etwa 40 Jahren arbeitet sie beim Westdeutschen Rundfunk. Ihr Outing als Transsexuelle ist jedoch noch nicht allzu lange her. Erst vor zwei Jahren informierte sie ihr Umfeld über ihre sexuelle Orientierung bzw. darüber, nicht im richtigen Körper geboren worden zu sein.

Der Pride Award 2021

Worum handelt es sich beim Pride Award?

Der Pride Award wird vom Verein Hamburg Pride vergeben. Im Rahmen der Verleihung am Samstag werden auch die CSD Wochen in Hamburg eröffnet.

Die Übergabe an die Journalistin ist insofern ein Novum, als dass mit dem Award in der Vergangenheit keine Personen des öffentlichen Lebens bedacht wurden. Nun soll ein etwas anderer Fokus gelegt werden, indem die bekannten Menschen noch mehr als Vorbilder für andere Queers betont werden.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass andere Aspekte in den Hintergrund rücken würden. Im Gegenteil! Im Rahmen der Veranstaltung am Wochenende werden zudem auch diejenigen geehrt, die sich ehrenamtlich für die Rechte der Community einsetzen.

Wer ist Georgine Kellermann eigentlich?

Wie bereits erwähnt, gehört Georgine Kellermann schon lange zu denjenigen, die das Programm des Westdeutschen Rundfunks aktiv mitgestalten. Vor etwa zwei Jahren steigerte sich ihr Bekanntheitsgrad massiv, als sie sich als trans outete.

Immerhin stand sie bis dahin immer als Mann vor der Kamera und war mit mehr als 60 Jahren eigentlich nicht in dem Alter, in dem viele ein Outing dieser Art erwarten würden.

Die Entscheidung, diesen Schritt zu gehen, dürfte sie jedoch in keinster Weise bereut haben. Denn: auch nach ihrem Statement konnte sie ihre Karriere bei „ihrem“ Sender problemlos weiterverfolgen. Sowohl vor als auch hinter der Kamera führte sie ihren Beruf weiter aus und schuf sich – unter anderem natürlich auch innerhalb der LGBTQ Szene – eine breite Fanbase.

Der Pride Award 2021

Die Tragweite “später Outings”

Wie bereits erwähnt, hatten sicherlich nur wenige Menschen mit einem Outing von Georgine Kellermann gerechnet. Stattdessen geht die Gesellschaft in der Regel davon aus, dass ein Mensch mit Anfang 60 sicherlich dort steht, wo er stehen wollte. Ein Wort, das in diesem Zusammenhang immer wieder verwendet wird, ist das berühmte „angekommen“. Dass sich Georgine Kellermann mit dem aktuellen Status Quo jedoch nicht zufriedengeben wollte, beweist ihr mutiger Schritt.

Auch das Statement des öffentlich-rechtlichen Senders WDR, sie nach ihrem Outing genauso wie vorher zu behandeln und ihr weiter Verantwortung in leitender Position zu geben, zeigt, dass die Angst vor einem Karriereeinbruch in den meisten Fällen unbegründet ist. Kellermann dürfte dementsprechend gleich in mehrfacher Hinsicht profitiert haben. Ihr zufriedenstellendster Erfolg ist am Ende jedoch sicherlich, dass sie nach mehr als sechs Jahrzehnten genau der Mensch sein darf, der sie ist.

Möglicherweise wurde Kellermann auf diese Weise auch zu einem Vorbild für „die ältere Generation“ und für Menschen, die sich mit ähnlichen Gedanken befassen?

Weitere Details zum Pride Award 2021

Der Pride Award wird im Rahmen der Pride Night und zur Eröffnung der CSD Wochen in Hamburg verliehen. In der Hansestadt feiert man in diesem Jahr den Christopher Street Day zum nunmehr 40. Mal. Eigentlich wäre es schon im letzten Jahr so weit gewesen, aber der CSD 2020 musste aufgrund der aktuellen Corona Situation ausfallen. Die Zuschauer/-innen erwartet ein bunter Mix aus Musik, wichtigen Botschaften und einer – sicherlich – unvergesslichen Preisverleihung, in deren Rahmen besonderes Engagement auf unterschiedlichen Ebenen wertgeschätzt wird.

Wer quasi live dabei sein möchte, kann am kommenden Samstag um 20 Uhr auf dem YouTube Kanal des Hamburg Pride e. V. vorbeischauen. Hier wird die Veranstaltung übertragen.

Auch Jochen Schropp hilft im Kampf gegen die Queerfeindlichkeit im TV!

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