Trotz Krieg feiert die Ukraine eine Pride Parade in Charkiw 

Seit die Ukraine im Februar 2022 von russischen Truppen angegriffen wurde, befinden sich zahlreiche Männer und Frauen im Krieg, um ihr Land zu verteidigen. Der Widerstand scheint Früchte zu tragen, denn die russischen Truppen konnten in den letzten Tagen aus den ersten Städten und Gebieten verdrängt werden. Wie nachhaltig dieser Erfolg ist, bleibt abzuwarten.

Für die Ukrainer und Ukrainerinnen spielt jedoch auch in dieser schweren Zeit nicht nur der Krieg eine Rolle. In der befreiten Stadt Charkiw geht man aktuell noch einen Schritt weiter. Hier wird eine Pride Parade unter dem Motto „United as Never Before“ geplant.

Charkiw feiert Pride Parade

Die Pride Parade soll an mehreren Tagen gefeiert werden

Obwohl sich die Lage in der Ukraine noch lange nicht beruhigt hat, will die LGBTQIA+ Community zwischen dem 17. und 25. September queere Feierlichkeiten veranstalten. Dies verkündete die lesbisch-feministische Organisation Sphere NGO im Rahmen der Gratulation an die „befreite Stadt“.

Noch am Mittwoch besuchte Präsident Wolodymyr Selenskyj Charkiw. Er machte Selfies mit den Soldaten, dankte ihnen für ihren Mut und ließ sich stolz neben der ukrainischen Flagge fotografieren, um ein deutliches Statement zu setzen.

Nun sollen auch die queeren Flaggen über der Stadt Charkiw wehen. Die Stadt stellt für viele aktuell ein Sinnbild für Freiheit und Demokratie dar. Und genau deswegen erscheint es so passend, dass die Pride – auch während des Krieges – dort stattfinden soll.

Sicherlich wäre die Parade unter der russischen Herrschaft verboten worden. Das Leben von Queers in Russland gestaltet sich alles andere als einfach. Das Regime zeigt ihre Abneigung gegenüber queeren Menschen öffentlich und viele Mitglieder der Community leben ihre sexuelle Orientierung hinter verschlossenen Türen aus, weil sie fürchten, bestraft zu werden.

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Spenden für die Pride Parade

Damit die Pride Parade in Charkiw überhaupt stattfinden kann, werden einige Spenden benötigt. Diese sollen es möglich machen, verschiedene Aktivitäten anzubieten. Einige Veranstaltungen der Pride Parade werden in geschlossener Gesellschaft begangen. Hier ist es dann wichtig, sich im Vorfeld anzumelden. Dies soll verhindern, dass sich homophobe Personen oder gar russische Soldaten unter die Besucher und Besucherinnen mischen.

Für den 21. September ist ein besonderer Marsch geplant. Dieser soll zum Gedanken an alle queeren Personen stattfinden, die unter der Russischen Föderation getötet wurden. Der Pride Marsch wurde auf den 25. September gelegt.

Übrigens finden die Paraden in der Stadt noch nicht allzu lange statt. Erst im Jahr 2019 wurde Premiere gefeiert. Und eigentlich waren seither jährliche Veranstaltungen geplant. Im Jahre 2020 mussten die Teilnehmer und Teilnehmerinnen wegen der Auflagen, die im Rahmen der Corona Pandemie gestellt wurden, in Autos an der Pride teilnehmen.

Im letzten Jahr versammelten sich mehr als 3.000 Personen in Charkiw, um für die Rechte der queeren Community einzutreten. Wie viele Menschen in diesem Jahr zur Pride erscheinen werden, ist noch vollkommen offen. Auch viele queere Soldaten und Soldatinnen kämpfen weiterhin an der Front, um die Ukraine von den russischen Truppen zu befreien.

Charkiw feiert Pride Parade

Ein starkes Zeichen in einer schweren Zeit

Ein wenig scheint von der Entscheidung, eine Pride Parade in einem Land zu feiern, das sich momentan im Krieg befindet, auch eine besondere Botschaft auszugehen.

In gewisser Weise wird signalisiert, dass das Leben weitergeht und dass es wichtig ist, auch jetzt nicht zu vergessen, für die Rechte von Queers einzutreten. Ein mutiges und richtungsweisendes Zeichen, das vor allem auch vielen Queers im Osten Europas Mut machen dürfte.

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