Ist die Ukraine LGBTQI+ freundlicher als der Rest von Osteuropa?

Seit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine flüchten immer mehr Menschen vor dem Terror, den Bomben und dem russischen Regime. Unter anderem gehört immerhin auch Russland zu den Ländern, die bekannt dafür sind, die LGBTQI+ Szene zu unterdrücken. Egal, ob es um homophobe Äußerungen oder um den Versuch, die Aufklärung rund um LGBTQI+ Themen zu unterdrücken geht: Die Liste der Kritikpunkte, die viele Queers anbringen, ist lang.

Besonders erschreckend ist in diesem Zusammenhang: In vielen anderen osteuropäischen Ländern sieht es nicht wirklich anders aus. Ein Blick in die Medien zeigt, dass hier noch viel Arbeit geleistet werden muss, bis es im Idealfall zu einer Art von Gleichberechtigung kommen KÖNNTE. In der letzten Zeit dominierte vor allem die ungarische Regierung mit LGBTQI+ feindlichen Verboten und Diskriminierung die Nachrichten. Immer wieder wurde in den Sozialen Netzwerken heiß diskutiert und auch hierzulande überlegen sich viele Menschen, wie sie den Queers im Osten helfen können.

Eine gute Nachricht gibt es dennoch. Denn: In der Ukraine scheint ein anderer Wind zu wehen. Zumindest wird der Anschein vermittelt, als sei die Situation für Menschen, die sich zur Community zählen, in der Ukraine eine bessere. Einen besonderen Beleg für diese Aussage stellt Selenskyjs Aussage vom Oktober 2019 dar. Damals bezog der Präsident öffentlich Stellung zum Thema. Und genau das könnte vielen Menschen Mut gemacht haben.

Wie "LGBTQ" freundlich ist die Ukraine?

Was war passiert? Ein LGBTQI+ feindlicher Zwischenfall auf einer Pressekonferenz

Zum Amtsantritt stellte sich Präsident Wolodymyr Selenskyj einer 14-stündigen Pressekonferenz. Bei dieser konnten hunderte von Journalisten dem frisch gewählten Präsidenten Fragen zu seiner zukünftigen Amtszeit stellen.

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Im Laufe dieser Pressekonferenz wollte ein Journalist wissen, weshalb Selenskyj nicht vorhabe, das Programm „Komitee 300“ zu stoppen. Immerhin würde dieses die „Perversität der Homosexualität“ unterstützen.

Zur Erklärung: Angeblich handelt es sich bei dem „Komitee 300“ um eine Verschwörungstheorie. Laut dieser soll eine kleine geheime Gruppe den globalen Markt beeinflussen.

Selenskyjs Antwort erstaunte viele

In Bezug auf die politischen Inhalte der Frage äußerte sich Selenskyj, dass er die Politik seiner Vorgänger nicht fortführen könne, weil er mit diesen Politikern nicht zu tun habe. Zudem verwies er in diesem Zusammenhang auf die Verantwortung des Parlaments. In Bezug auf das LGBTQI+ Thema wurde der Politiker dann jedoch deutlich emotionaler.

Sein Ziel sei es, in einer offenen Gesellschaft zu leben. Hier solle es jedem möglich sein, seine sexuelle Orientierung so zu wählen bzw. auszuleben, wie er (oder sie) es gerne möchte.

Dass sie viele Menschen genau jetzt an Selenskyjs Reaktion erinnern, ist sicherlich kein Zufall

…, sondern vielmehr ein kleiner Hoffnungsschimmer, der zeigt, dass es auch in den osteuropäischen Ländern Menschen in der Politik gibt, die ein weitaus liberaleres Bild haben, als viele annehmen dürften.

Die Situation ist – je nach Region und Land – gerade für die LGBTQI+ Community oft schwer. In einigen Ländern müssen diejenigen, die beispielsweise das gleiche Geschlecht lieben, sogar um ihr Leben fürchten.

Selenskyj scheint hier – auch wenn es sich bei der beschriebenen Szene um eine Pressekonferenz aus dem Jahre 2019 handelt – in eine andere Richtung zu denken und zu handeln.
Bis er sich jedoch wieder Themen, wie zum Beispiel der Gleichstellung von Queers, widmen können wird, dürfte noch ein wenig Zeit vergehen. Aktuell ist ein Ende des Krieges in der Ukraine noch nicht in Sicht. Bis dahin können sich queere Flüchtlinge auf die Hilfe von Menschen in Deutschland verlassen. Im Laufe der letzten Wochen wurden immer mehr Hilfsangebote, die sich explizit an die Community richten, ins Leben gerufen.

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