Sven Lehmann äußert sich zu Affenpocken und einer Gefahr der Stigmatisierung

Während die Welt immer noch mit dem Corona Virus zu kämpfen hat, hat es nun schon das nächste Virus in die Medien geschafft. In den Nachrichten wird immer häufiger von den sogenannten Affenpocken berichtet. Unter anderem ist in diesem Zusammenhang immer wieder die Rede davon, dass vor allem schwule oder bisexuelle Männer betroffen seien. Auch Gesundheitsminister Lauterbach hat sich schon diesbezüglich zu Wort gemeldet.

Und auch an Sven Lehmann geht die Berichterstattung nicht spurlos vorbei. Er betonte unlängst, dass jeder Mensch von Affenpocken betroffen sein könne… Nicht nur schwule Männer.

Sven Lehmann klärt über Affenpocken auf

„Das Virus kennt keine sexuelle Orientierung.“

Aktuell ist bekannt, dass die Affenpocken sich durch engen Hautkontakt und über Tröpfcheninfektion verbreiten. Demnach ist – so scheint es zumindest – jeder gefährdet, der regelmäßig engen Kontakt mit vielen Menschen pflegt. Dazu gehören natürlich auch Männer, die sich gerne mit anderen Männern verabreden – keine Frage. Doch genauso können sich Menschen infizieren, die häufig wechselnden heterosexuellen Geschlechtsverkehr ausüben.

Es ist wichtig, zu wissen und auch immer wieder zu betonen, dass nicht nur bi- und homosexuelle Männer besonders gefährdet sind, sich anzustecken. Sven Lehmann warnt: „Das Virus kennt keine sexuelle Orientierung“. Demnach ist auch jeder gefährdet, der ein ausschweifendes Sexualleben mit wechselnden Partnern führt. Wichtig sei es, eine zielgruppenspezifische Ansprache zu realisieren, ohne einzelne Bevölkerungsgruppen zu stigmatisieren.

Eine klassische (und sicherlich auch sinnvolle) Möglichkeit, Menschen, die sich gerne zu Sexdates verabreden, zu erreichen, sind Dating Apps – aber nicht nur die Anwendungen, die sich explizit an schwule Männer richten, sondern alle.

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„Panikmache und Stigmatisierung müssen unbedingt vermieden werden.“
Lehmann kritisiert, dass viele Medien bereits ähnliche Fehler begangen haben, wie damals zur Aids Krise. Wer schreibt, dass vor allem schwule Männer an Affenpocken erkranken, sendet hiermit einen erschreckenden und falschen Subtext. Denn: Es könnte die Vermutung aufkommen, dass es die Schuld der Community sei, dass das Virus überhaupt die Möglichkeit habe, sich zu verbreiten.

Sven Lehmann erklärt in diesem Zusammenhang weiter: „Panikmache und Stigmatisierung müssen unbedingt vermieden werden, davor warnen auch UNAIDS, die Deutsche AIDS-Hilfe und die WHO.“

Dass Gesundheitsminister Karl Lauterbach erklärte, es sei falsch, „dass Männer stigmatisiert werden, die homosexuell sind und Sex mit Männern haben.“, wird mittlerweile auch innerhalb der Community von manchen skeptisch bewertet. Denn: Lauterbach wurde ebenfalls damit zitiert, bei schwulen Männern handele es sich um eine Risikogruppe.

Sven Lehmann klärt über Affenpocken auf

Wie wird Sven Lehmann weiter agieren?

Sven Lehmann ist der erste Queer Beauftrage der Politik in Deutschland. Daher dürften sich viele Menschen aus der Community freuen, dass er sich nun – nach Lauterbach und anderen Politikern – ebenfalls zu Wort gemeldet hat.

Sollte sich die Berichterstattung nicht verändern und sollte sich das Bild der schwulen Männer, die „besonders oft an Affenpocken erkranken“, auch in Zukunft noch weiter festigen, könnte es sein, dass er in den kommenden Wochen und Monaten noch viel gegensteuern wird müssen.

Damit nicht dasselbe wie zu Zeiten der Aidskrise passiert, ist es umso wichtiger, auf ein ganz wichtiges Detail zu setzen: Aufklärung. Je früher diese Früchte trägt, umso besser. So kann vielleicht nicht nur eine Stigmatisierung, sondern auch ganz bestimmt die ein oder andere Ansteckung vermieden werden.

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Wer sich jedoch in den letzten Monaten ein wenig eingehender mit Lehmann und seiner Arbeit befasst hat, dürfte wissen, dass dem Queerbeauftragten viel zuzutrauen ist und es ihm ganz sicher nicht an Motivation mangelt, für die Community einzustehen.

 

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