Queers in Russland lassen sich nicht unterkriegen

Mehr Mut geht fast nicht. Queers in Russland sind zahlreichen Repressionen ausgesetzt. Und auch der Blick in die Zukunft lässt nichts Gutes erahnen. Immerhin sollen die Gesetze gegen Homosexuelle noch weiter verschärft werden. Es gibt aber auch immer wieder Lichtblicke, die zeigen, dass sich die Community auch unter derart widrigen Umständen nicht unterkriegen lässt.

Vor allem die Aktion des russischen Künstlers Pjotr Woskresenskij hat es geschafft, hier in den letzten Tagen hohe Wellen zu schlagen. Denn: Er hat sich dazu entschlossen, in Sankt Petersburg das erste Gay-Museum Russlands zu eröffnen.

Wie lange dieses geöffnet sein wird, bleibt abzuwarten. Denn: Wenn das neue Anti-LGBTQIA+ Gesetz in Russland aktiv wird, dürfen Einrichtungen wie diese offiziell nicht mehr betrieben werden. Dennoch handelt es sich hierbei um ein starkes Zeichen, das zweifelsohne nicht nur viel Kreativität, sondern auch Mut erfordert.

So geht es Queers in Russland

Was bedeutet die Verschärfung des Gesetzes im Detail?

Das Anti LGBTQIA+ Gesetz, das nun noch einmal verschärft werden soll, besteht in Russland bereits seit dem Jahr 2013. Schon bald ist es verboten, Homosexualität gegenüber Erwachsenen – in welcher Hinsicht auch immer – positiv dastehen zu lassen. Bis zur Verschärfung des Gesetzes bezogen sich die Vorgaben nur auf die Darstellungen gegenüber Kindern und Jugendlichen bis 18 Jahren.

Mit Hinblick auf die Verschärfung der Vorgaben war sich das russische Parlament einig. Die neuen Vorgaben wurden einstimmig angenommen. Nun muss eigentlich nur noch Putin selbst zustimmen. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Gesetz in seiner neuen Form angenommen werden wird, ist hoch. Es könnte sogar noch im Dezember rechtskräftig werden.

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Mit den neuen Vorgaben sind unter anderem aber auch viele Fragen verbunden. Eine könnte lauten: „Welche Handlungen bzw. welche Darstellungen zeugen davon, dass ein Mensch Homosexualität als ‚gut‘ darstellt?“. Reicht es schon aus, mit einem gleichgeschlechtlichen Partner Sex zu haben?

Fest steht schon jetzt, dass in Zukunft viele Bücher und Zeitschriften in Russland verboten sein werden. Und genau an dieser Stelle kommt das Gay Museum von Pjotr Woskresenskij ins Spiel. Er möchte die möglicherweise letzten Tage vor dem Gesetz nutzen, um einschlägige Bücher und Co. noch einmal auszustellen.

So geht es Queers in Russland

Pjotr Woskresenskij muss sein Gay Museum wieder schließen

Wenn das neue Gesetz in Kraft getreten ist, darf Pjotr Woskresenskij die Pforten seines Museums nicht mehr öffnen, ohne hohe Strafen in Kauf nehmen zu müssen.

Und auch der Rest der russischen Community macht sich Sorgen. Wer zum Beispiel aus einem anderen Land nach Russland einreist und hier Dokumente verbreitet, die sich positiv mit dem Thema Homosexualität auseinandersetzen, riskiert damit sogar eine Gefängnisstrafe. Vieles ist noch unklar. Und genau das ist es auch, was vielen Queers in Russland derzeit so viel Angst macht. Das öffentliche Leben und auch der kulturelle Bereich haben sich schon jetzt verändert. In Zukunft wird es hier mit Sicherheit noch mehr Einschnitte geben.

Schon jetzt ziehen viele Queers in Russland immer wieder den Vergleich zu den Bücherverbrennungen und der „entarteten Kunst“, von der während der Zeit der Nationalsozialisten in Deutschland immer wieder die Rede war.

Das, was in Russland offiziell unter dem Deckmantel des Schutzes der Familie und der Tradition geschieht, hat große Auswirkungen auf viele Menschen. Wie viele Homosexuelle bzw. allgemein Queers in Russland leben, lässt sich nicht genau sagen. Die Dunkelziffer dürfte aufgrund all der Diskriminierungen sehr hoch sein.

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