Österreich: PR Agentur entschuldigt sich für den Pride Whopper

Eigentlich klang es für viele nicht schlecht: Pünktlich zum Pride Month sollte es bei Burger King in Österreich einen Pride Whopper geben. Das Besondere: Der Burger sollte aus zwei Ober- bzw. zwei Unterseiten bestehen und so ein Zeichen setzen. Es gab ihn also entweder mit zwei „Tops“ oder mit zwei „Bottoms“. Hinter der Idee stand die Agentur Jung von Matt Donau.

Die Verantwortlichen geben nun aber zu, die Kampagne „vermasselt“ zu haben. Die Grundidee war es, ein „Zeichen für die Gleichberechtigung aller Identitäten und sexuellen Orientierungen“ zu setzen. Doch schon kurz nach der Veröffentlichung der Plakate hagelte es Kritik.

Dies Resonanz des Pride Whopper

Was steckt hinter dem Pride Whopper?

Geschmacklich unterscheidet sich der Pride Whopper eigentlich so gut wie gar nicht vom klassischen Whopper. Warum auch? Immerhin kommen hier zwischen Top und Bottom dieselben Zutaten zum Einsatz.

Der einzige Unterschied: Die Kunden und Kundinnen können den Burger wahlweise mit zwei Tops bzw. zwei Bottoms bestellen. Geplant war, dem Gast ein „Lächeln ins Gesicht“ zu zaubern und an einen freundlichen und respektvollen Umgang miteinander zu erinnern.
So reagierten die Menschen auf den Pride Whopper

Dass sich viele Menschen, die der LGBTQIA+ Community skeptisch gegenüberstehen, ohnehin nicht für eine derartige „Special Edition“ begeistern konnten, dürfte nicht überraschen. Kritik kam jedoch auch von der Community selbst. Es reichte ein Blick in die Sozialen Netzwerke, um herauszufinden, dass andere Kampagnen in der Vergangenheit deutlich besser ankamen.

Vor allem der Zusammenhang zwischen einem Burger und sexueller Orientierung bzw. die sexuelle Note im Allgemeinen wurden besonders scharf kritisiert. Vielen kam es so vor, als sei die Aktion an den Haaren herbeigezogen. Einige sprachen auch von Pink Washing.
Die verantwortliche PR Agentur bezieht Stellung

Mittlerweile haben sich auch die Verantwortlichen der zuständigen PR Agentur zu Wort gemeldet. Sie hätten die Kritik wahrgenommen und es schlicht „vermasselt“. Ein Fehler sei es unter anderem gewesen, die Möglichkeiten der Interpretation nicht ausreichend mit der Szene selbst besprochen zu haben. Ziel sei es gewesen, mit dem Whopper für die gleiche Liebe zu werben. Nun würden sie sich darüber sorgen, eventuell Menschen, die zur LGBTQIA+ Community gehören, beleidigt zu haben.

Sollte dies der Fall sein, möchten sie sich aufrichtig entschuldigen. Zu guter Letzt betonten die Verantwortlichen, sie hätten sich vorgenommen, im Zusammenhang mit weiteren Kampagnen dieser Art mehr auf den Faktor Kommunikation zu setzen und sich verstärkt mit der queeren Community auszutauschen.

Dies Resonanz des Pride Whopper

Was steckt eigentlich hinter dem Vorwurf des Pink Washing?

Der Pride Whopper wurde nicht nur wegen der beiden Tops bzw. Bottoms, sondern auch wegen des ein oder anderen Vorwurf des Pink Washings kritisch beäugt. Hierbei handelt es sich um eine Art von Marketing, in deren Zusammenhang in den Raum gestellt wird, dass Unternehmen lediglich auf Regenbogen Designs und Co. setzen, weil sie – gerade im Pride Month – „mitschwimmen“ und so ihre Zielgruppe erweitern möchten. Einigen Menschen fehlt es in diesem Zusammenhang an Authentizität, da sie sich auch – abseits des Juni – ein verstärktes Engagement in diese Richtung wünschen würden. Inwieweit es sich bei Burger King um Pink Washing handelte oder nicht, kann natürlich nicht abschließend gesagt werden.

Fest steht, dass es sich bei dieser Aktion nicht um das einzige Statement der Fast Food Kette handelte. Auch in den letzten Jahren wurde anlässlich des Pride Month auf „bunte“ Marketingkonzepte gesetzt. Viele von ihnen kamen jedoch besser an als der Pride Whopper 2022.

Dies Resonanz des Pride Whopper

 

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