Queere Vielfalt bei den Creative Emmys

In den amerikanischen Medien werden zahlreiche queere Realityshows und Soaps ausgestrahlt, die selbstverständlich nicht nur von Mitgliedern der Community gefeiert werden. Etliche queere Sendungen und auch Schauspieler und Schauspielerinnen haben es auf die Nominierungsliste der Creative Emmys geschafft. Einige von ihnen konnten den begehrtesten TV-Award des amerikanischen Fernsehens mit nach Hause nehmen.

Die Creative Emmys sind eine Nebenkategorie der Emmy Awards und zählen allein schon deswegen zu den bedeutendsten TV-Preisen, die in den USA vergeben werden können. Sieger der diesjährigen Verleihung war RuPaul. Mit seiner Sendung „RuPaul’s Drag Race“ konnte er dieses Wochenende zwei der begehrten Preise gewinnen.

Die Gewinner der Creative Emmys

Sieger des Abends: RuPaul

Die Sendung „RuPaul’s Drag Race“ wurde insgesamt siebenmal bei den Creative Emmys nominiert und bekam zwei Awards ausgehändigt. Einmal für das beste Produktionsdesign und einmal in der Kategorie „Bester Moderator/ beste Moderatorin“.

RuPaul konnte vor allem in der letztgenannten Kategorie viele namhafte Konkurrenten und Konkurrentinnen hinter sich lassen. Mit darunter auch die sogenannte Fab-Five der Serie „Queer Eye“ und die harten Moderatoren/ Moderatorinnen bzw. Investoren und Investorinnen von „Shark Tank“. (In Deutschland trägt der Ableger den Namen „Die Höhle der Löwen“. Das Prinzip ist weitestgehend gleich.)

An diesem Abend erwähnte RuPaul in seiner Dankesrede, dass sich die Zuschauer an den diesjährigen US-Kongresswahlen beteiligen sollten, weil die Chance hoch sei, dass die Republikaner verlieren könnten. Somit wären queerenkritische Gesetze und Ideen nicht mehr so präsent. Und obwohl die Aussage klar war und RuPaul mit ihr ein echtes Statement setzte, kam all das ohne „erhobenen Zeigefinger“ daher. Stattdessen hatte es den Anschein, als würde hier ein Künstler seine Reichweite für eine Sache nutzen, die in der heutigen Zeit wichtiger denn je ist.

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Weitere Gewinner und Gewinnerinnen

Doch nicht nur RuPaul konnte Preise für sich verbuchen. Auch andere Serien und queere Schauspieler und Schauspielerinnen haben den begehrten TV-Award gewonnen. Für die „Beste Regie einer Realityserie“ wurde die Amazon-Prime-Show „Lizzo’s Watch Out for the Big Grrrls“ mit dem Creative Emmy ausgezeichnet.

Hinter „Lizzo“ verbirgt sich übrigens eigentlich ein anderer Name. Die Künstlerin heißt bürgerlich „Melissa Viviane Jefferson“ und hat unter anderem auch schon mit Missy Elliot zusammengearbeitet.

Die Szene hatte unter anderem auch besonderen Grund zur Freude, weil der 66-jährige Schauspieler Nathan Lane als „Bester männlicher Gaststar in einer Comedyserie“ ausgezeichnet wurde. Der offen homosexuelle Mann spielte bei der Serie „Only Murders in the Building“ mit und brachte dementsprechend viele Menschen vor den Bildschirmen zum Lachen.

Die Tatsache, dass mittlerweile derart viele Queers in verschiedenen Kategorien ausgezeichnet werden, zeigt, dass die Szene auch in der Medienwelt immer präsenter wird. Ein tolles und ehrliches Statement, das unterstreicht, dass sich der Kampf für mehr Sichtbarkeit lohnt.

Die Creative Emmys werden auch in den Sozialen Netzwerken gefeiert

Anhand der Verleihung der Creative Emmys zeigt sich einmal mehr, dass größere Events schnell in den Bereich der Sozialen Netzwerke abfärben. Unter den entsprechenden Hashtags blieb nicht verborgen, dass die Szene ihre Stars und Formate feierte.

Glückwünsche, aber auch das ein oder andere „Warum hat nicht „XY“ gewonnen?“ reihten sich aneinander. Eines wurde jedoch in jedem Fall deutlich: Das große Interesse an einer Verleihung, die einmal mehr zeigte, wie wichtig Diversity ist.

 

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