Normalerweise sollte gerade die eigene Familie ein Ort der Zuflucht sein. Dass dem nicht immer so ist, zeigt eine Untersuchung aus Großbritannien. Denn: Laut einer aktuellen Umfrage, die von der der Anti-Missbrauchs-Organisation Galop durchgeführt wurde, wird jeder dritte (!) Queer in Großbritannien von seiner Familie aufgrund seiner sexuellen Orientierung misshandelt.
Im Rahmen der Studie wurden 5.000 Menschen befragt. Das Ergebnis gibt einen erschütternden Eindruck darüber, was abseits der Öffentlichkeit passiert und mit wie viel Druck die Menschen jeden Tag aufs Neue leben müssen.

Britische Queers sind oft Gewalt ausgesetzt

Was bedeutet „Missbrauch“ in diesem Fall?

Der Begriff „Missbrauch“ ist breitgefächert. Viele definieren ihn anders. Im Rahmen der Umfrage wurden hierunter körperliche Gewalt und verbale Attacken zusammengefasst. Meist waren die Täter entweder die Eltern der betroffenen Queers oder andere, nahestehende Verwandte.
Auch der Blick auf das Alter der queeren Opfer macht schlicht fassungslos. So waren zwei Drittel noch minderjährig, als sie zum ersten Mal zum Opfer von Missbrauch wurden.

Welche Folgen hat Missbrauch in diesem Alter?

Wie weitreichend die Folgen sind, die ein Missbrauch in diesem – teilweise noch sehr jungen Alter – mit sich bringt, ist nicht abzusehen. Besonders belastend dürfte es sein, weil die Täter eben nicht „irgendwer“ sind, sondern weil sie aus dem engsten Umfeld kommen und eigentlich Personen sind, bei denen es möglich sein sollte, sich zu öffnen und Vertrauen zu erfahren.

Zudem ist davon auszugehen, dass die Anzahl der Queers, die zuhause und schon in jungen Jahren Gewalt erfahren, noch höher ist. Viele trauen sich nicht, von dem, was ihnen widerfährt zu berichten. Dementsprechend werden sie auch nicht in der Statistik aufgeführt.

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Ein näherer Blick auf die einzelnen Fälle zeigt, dass Missbrauch – egal, ob körperlich oder verbal – in den unterschiedlichsten Facetten erscheinen kann. Oft sprachen die Opfer darüber, von ihren Eltern kontrolliert, beschimpft und ausgelacht worden zu sein. Andere erzählten, dass ihre Eltern es ihnen irgendwann verbaten, Besuch zu bekommen – aus Angst, dass in ihrem Jugendzimmer homosexuelle Handlungen stattfinden könnten.

Britische Queers sind oft Gewalt ausgesetzt

Transsexuelle Menschen werden besonders oft zum Opfer

Trans-Jugendliche tauchen in der Statistik rundum Missbrauch innerhalb der eigenen Familie besonders oft auf. Auch Nicht-Binäre Menschen sind vergleichsweise häufig vertreten.
Einige von ihnen wurden unter anderem auch dazu gezwungen, sich einer sogenannten „Homo Heilung“ zu unterziehen. Hierbei handelt es sich um eine Art von „Therapie“, die bereits in vielen Ländern offiziell verboten wurde, weil sie die Psyche der Betroffenen extrem belasten kann.

Ein Problem, das Misshandlungen, die innerhalb der Familie mit sich bringt, ist, dass die Opfer meist keine Möglichkeit haben, sich der Situation zu entziehen. Viele von ihnen sind schlicht noch zu jung, um beispielsweise beschließen zu können, auszuziehen. Daher erstrecken sich die Handlungen oft über einen Zeitraum von mehreren Jahren und hinterlassen tiefe Narben auf der Seele.

Nun soll sich einiges ändern…

… zumindest dann, wenn es nach zahlreichen Aktivisten geht, die sich für die Rechte von queeren Menschen in Großbritannien einsetzen. Sie fordern, dass es in Zukunft mehr Anlaufstellen für die Opfer von häuslicher, queerer Gewalt geben soll. Das Ziel: Die Betroffenen sollen wissen, an wen sie sich wenden können. Gleichzeitig sollen die Möglichkeiten in Bezug auf eine rasche und unkomplizierte Unterstützung stark ausgebaut werden.

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Zu guter Letzt spielt auch der Wunsch nach mehr Aufklärung eine wichtige Rolle. Sowohl in Großbritannien als auch in anderen Ländern der Welt ist es vielen Menschen immer noch nicht bewusst, wie enorm hoch der Druck im Zusammenhang mit Diskriminierung und Gewalt im Alltag ist. Hier soll es in Zukunft darum gehen, mehr zu sensibilisieren, um die Situation für Queers – unabhängig von deren Alter – zu verbessern.

 

Schon von Großbritannien und der „Homo-Heilung“ gehört?

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