Großbritannien und das Hin und Her rund um „Homo-Heilungen“

Zuletzt sorgte die Schlagzeile für Aufsehen, dass es in Großbritannien nun doch nicht zum Therapieverbot zur „Heilung von Homo- und Bisexualität“ kommen würde.
Jedoch gab es dagegen nicht nur Proteste aus der Bevölkerung, sondern auch aus Boris Johnsons eigener Partei. Deshalb sah sich Johnson nun offenbar doch noch dazu berufen, zurückzurudern. Laut einem Bericht der BBC wird das Verbot von Homoheilungen nun auch in Großbritannien kommen.

Großbritannien und die „Homo-Heilungen“

Was genau wurde nun beschlossen?

Nach zahlreichen Diskussionen und einem hohen Maß an Empörung darüber, dass das Therapieverbot scheinbar ad acta gelegt werden sollte, wurde am Freitag etwas bekannt gegeben, das bewirken dürfte, dass viele Queers in Großbritannien aufatmen dürften. So können wohl homo- und bisexuelle Menschen in Großbritannien tatsächlich in Zukunft vom Verbot der „Homo Heilungen“ profitieren.

Denn: Auch in Großbritannien müssen sich immer noch viele queere Menschen Therapien unterziehen, um von ihrer Sexualität geheilt zu werden, als handele es sich dabei um eine Krankheit. Hierbei handelt es sich um ein extrem diskriminierendes Vorgehen, das noch dazu explizit darauf verweist, dass Menschen, die queer sind, in den Köpfen zahlreicher Personen eben „nicht normal“ sind.

Die Therapien werden von vielen Menschen als traumatisch empfunden und hinterlassen letztendlich auch Spuren auf der Seele. Die gute Nachricht ist jedoch: In Großbritannien ist damit nun Schluss! Per Gesetz darf es offiziell keine Therapien zur „Heilung“ von Homo- und Bisexualität mehr geben. Ein kleiner (, großer) Wermutstropfen: Die Gesetzesänderung bezieht sich nicht auf Therapien zur Heilung von Transsexualität. Diese sind nämlich – aus welchen Gründen auch immer – weiterhin nicht erlaubt.

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Was sind Konversionstherapien bzw. „Homo Heilungen“ genau?

Konversionstherapien werden dem Bereich der Psychotherapie zugeordnet. Sie werden meist aus religiösen Gründen angewendet und sollen dazu dienen, homosexueller Neigungen zu bekämpfen und gleichzeitig die heterosexuellen Potenziale fördern.

Über diese Therapieform wird unter anderem deshalb so heiß diskutiert, weil die Wissenschaft belegen kann, dass es nicht möglich ist, die eigene sexuelle Orientierung bewusst zu kontrollieren und selbstverständlich auch deswegen, weil mit jeder Therapie dieser Art die Annahme, bei Homosexualität handele es sich um eine Krankheit, unterstützt wird. Nach den entsprechenden Behandlungen litten viele Betroffene unter Depressionen. Einige sollen auch zu Drogen gegriffen und/ oder Suizid begangen haben.

Wie sieht die Gesetzeslage in Deutschland aus?

Im Jahre 2020 verabschiedete die deutsche Bundesregierung ein Gesetz, welches die Konversionstherapie im Land verbietet. Im Gegensatz zu Großbritannien werden in Deutschland auch transsexuelle Personen in das Gesetz miteinbezogen. Auch hier wäre es jedoch noch ein wenig zu früh, um begeistert zu jubeln. Denn: Dieses Verbot gilt nur für öffentliche Konversionstherapien. In Deutschland dürfen „nur“ noch die Erziehungsberechtigten versuchen, die Kinder oder Jugendlichen zu „heilen“. Die Botschaft von „Du bist so, wie du bist nicht in Ordnung.“ darf also erschreckenderweise innerhalb der Familie noch weiter übermittelt werden.

Weshalb sprechen sich immer noch so viele konservative Kräfte für die Konversionstherapie aus?

Konservative Kräfte, wie zum Beispiel die katholische Kirche, sprechen sich immer wieder explizit gegen das Verbot der Konversionstherapien aus. Immer wieder wird propagiert, dass Heterosexualität das einzig Erstrebenswerte sei.

Unter anderem wird in diesem Zusammenhang auch immer wieder der so oft zitierte „Schutz der Familie“ angebracht. Fakt ist, dass sich auch in der heutigen, modernen Zeit viele noch nicht vom klassischen Mann-Frau Konstrukt lösen können. In einer Zeit, in der es aber auch immer mehr Vertreter aus konservativen Kreisen gibt, die offenbar durchaus dazu in der Lage sind, ihre Meinung zu ändern, stehen die Chancen auf eine tolerantere Zukunft aber auch nicht allzu schlecht.

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