Die Meldungen rundum beschmierte und zerstörte Kölner Mahnmal reißen nicht ab. Nun ist auch das Mahnmal in Köln betroffen. Dieses wurde in Gedenken an queere Opfer der Nazizeit errichtet. Die Täter verschandelten es mit Gekritzel und zeigten einmal mehr, dass Homophobie in der heutigen Zeit auch in Deutschland immer noch ein großes Problem darstellt.
Hierbei handelt es sich um keine Ausnahme. Erst kürzlich wurde auch die Stele in Mainz bekritzelt. Die Taten schocken immer wieder – nicht nur die Menschen, die zur Community gehören, sondern auch diejenigen, die sich mit ihr verbunden fühlen.

Vandalismus: Kölner Mahnmal beschmiert

Was sagt das Kölner Mahnmal aus?

Wie bereits erwähnt, soll das Kölner Mahnmal in erster Linie an die Menschen erinnern, die während der Zeit des Nationalsozialismus ihr Leben lassen mussten. Damals wurden etliche Queers verfolgt, in Lager deportiert und schlussendlich getötet. Die Wissenschaft ist heute noch damit beschäftigt, die entsprechenden Fälle aufzuarbeiten, weil unter anderem Homosexuelle in der Masse der Opfer oft wenig Sichtbarkeit erfuhren.
Die Aussage des Mahnmals in Köln geht jedoch noch über die Zeit des Nationalsozialismus hinaus. Das Denkmal soll auch Mut machen und für die Kraft der Community stehen.
Der verunstaltete Stein soll bald gereinigt werden. Das eigentliche Problem, die Homophobie in Teilen der Gesellschaft, besteht jedoch noch weiter.

Die Community zeigt sich geschockt

Viele Mitglieder der Community sehen in dem verschandelten Denkmal weitaus mehr als das Produkt von klassischem Vandalismus. Denn: Sie erkennen die Botschaft dahinter. Die Schmierereien zeigen einmal mehr, wie feindlich viele Menschen Queers auch heute noch gegenüberstehen. Gleichzeitig unterstreicht die Tat, dass die Taten des Nationalsozialismus von vielen immer noch offenbar verharmlost werden. Ein Schlag ins Gesicht aller, die sich bis heute noch für mehr Aufklärung in diesem Bereich einsetzen.
Zahlreiche Queers prangern immer wieder an, dass der Hass innerhalb der Gesellschaft auch heute noch präsent sei. Und dass es noch mehr Aktionen brauche, um zu zeigen, dass Homophobie um 21. Jahrhundert keinen Platz mehr hat.

Forderungen zu einer besseren Aufklärung zu queeren Hassverbrechen werden immer lauter

Unter anderem auch im Rahmen von CSDs wird immer wieder gefordert, dass es in Bezug auf queere Hassverbrechen ein Umdenken in der Politik braucht. Denn: die Grenze zwischen Sachbeschädigung und Körperverletzung wird im Allgemeinen schnell überschritten. Es gibt auch in Deutschland immer noch viele queere Menschen, die sich im Alltag nicht sicher fühlen. So schreiben unter anderem zahlreiche schwule Männer in den Sozialen Netzwerken, dass sie sich nicht trauen, beispielsweise zusammen mit ihrem Freund Hand in Hand über die Straße zu gehen.
Um aufzuzeigen, wie groß das Problem und wie tiefgehend der Hass gegen Queers auch heutzutage immer noch präsent ist, fordern unter anderem viele Aktionsbündnisse, bei Anzeigen rundum Hassverbrechen, aber auch bei Aktionen wie dem Vorfall in Köln, genauer hinzuschauen und die Taten als klar homophob zu kategorisieren. Die Dokumentation ist hier vielen noch etwas zu „schwammig“.

Köln gedenkt Ende Januar den queeren Opfern des Nationalsozialismus

Trotz der jüngsten Vorfälle (und vielleicht auch GERADE deshalb?) soll die für den 27. Januar 2022 geplante Gedenkveranstaltung für die Opfer des Nationalsozialismus in Köln am Mahnmal stattfinden. Aktuell ist jedoch noch nicht klar, ob es möglich sein wird, der Veranstaltung vor Ort beizuwohnen. Eine Alternative wäre ein Online-Event. So oder so: Die Botschaft gegen Hass und für mehr Toleranz wird auch in diesem Jahr in die Welt hinausgetragen werden.

 

Hast du schon gewusst dass, Sven Lehmann neuer Queer Beauftragter wird?

2 responses to “Vandalismus: Kölner Mahnmal beschmiert”

  1. Sehr guter Beitrag über das beschmierte und zerstörte Kölner Mahnmal zur Erinnerung an die verfolgten Homosexuellen. Ich wusste das gar nicht. Umso wichtiger ist der Widerstand gegen rechts: wir sind bunt ! Wir sind viele!

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  2. Toll, dass die Bundesregierung einen Queerbeauftragten von den Grünen ernennt.
    Dass die AFD, deren Abgeordneten nd Anhänger Vogelscheiße statt eines Gehirns haben, dagegen sind – wen wundert es?
    Eine Partei, deren Vorsitzender die NS- Diktatur und den Holocaust als Vogelschiss der Geschichte bezeichnet hat, ist völlig indiskutabel.
    Viel Erfolg dem neuen Beauftragten! Wir stehen hinter dir!

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