Die US-Richterin Aleta A. Trauger kippt ein queerfeindliches Gesetz

In den USA und dem Rest der Welt kämpfen immer noch unzählige queere Aktivisten und Aktivistinnen für die Rechte von Menschen aus der Community. Immer wieder sorgen Negativschlagzeilen, in denen es beispielsweise um Hassverbrechen geht, dafür, dass klar wird: Bis zur kompletten Gleichberechtigung ist es noch ein langer Weg. Jedoch gibt es auch hin und wieder positive Nachrichten. Für eine von ihnen ist US-Richterin Aleta A. Trauger verantwortlich.

Sie kippte ein kürzlich erlassenes Gesetz in Tennessee. Begründet wurde das Ganze damit, dass besagtes Gesetz einen klaren Verstoß gegen die US-Verfassung darstelle. Genaugenommen geht es ihr um einen ganz bestimmten Zusatz.

Es lohnt sich definitiv, hier ein wenig genauer hinzuschauen und zu erkennen, dass es in den USA aktuell eben nicht nur die „Son’t Say Gay“ Gesetze, sondern auch den ein oder anderen Hoffnungsschimmer für die Community gibt.

US-Richterin kippt queerfeindliches Gesetz

Um welches Gesetz geht es genau?

Im US-Bundesstaat Tennessee wurde kürzlich ein Gesetz erlassen, welches von vielen als queerfeindlich eingestuft wurde. Vor allem innerhalb der Community war der Aufschrei groß.

Kurz zum Inhalt und Hintergrund: In Tennessee steht es Geschäftsinhabern frei, ihren Gästen eine non-binäre Toilette zur Verfügung zu stellen. Was zunächst nach einer positiven Nachricht klingt, hat hierbei einen bitteren Beigeschmack. Denn: Eine non-binäre Toilette musste mit einem „Warnschild“ ausgestattet sein, das genormt war. Das bedeutet: Fettgedruckte rote Schrift auf einem gelben Hintergrund und der Text „Diese Einrichtung verfolgt die Politik, die Benutzung von Toiletten durch beide biologischen Geschlechter unabhängig von der Bezeichnung auf der Toilette zu erlauben.“.

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Voraussetzung für dieses Schild war eine fettgedruckte rote Schrift auf einem gelben Hintergrund zu drucken. Auf diesem Schild mussten dann die folgenden Worte stehen: „”Diese Einrichtung verfolgt die Politik, die Benutzung von Toiletten durch beide biologischen Geschlechter unabhängig von der Bezeichnung auf der Toilette zu erlauben”.

Zudem war vorgeschrieben, diesen Hinweis nicht nur an den Toiletten, sondern auch an anderen Räumlichkeiten, die Geschlechter in der Regel nicht gemeinsam zu nutzen, anzubringen. Ein klassisches Beispiel hierfür sind unter anderem die Umkleidekabinen.

Was wird mit einem derartigen Schild genau ausgesagt?

Diese Frage dürften sich mehrere – unter anderem auch die Richterin – gestellt haben. Es wurde bemängelt, hinter dem Text (und dem Schild im Allgemeinen) verberge sich ein „komischer Unterton“. Gleichzeitig handelt es sich hierbei in den Augen der Richterin um einen Versuch, „transsexuelle Einrichtungen auszusondern“.

US-Richterin kippt queerfeindliches Gesetz

Verfechter des Gesetzes sehen kein Problem

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es in Tennessee auch Verfechter des Gesetzes gibt. Einer von ihnen ist der Gouverneur Bill Lee. Bisher äußerte er sich nicht zu dem Urteil. Bis dato ist nur bekannt, dass er das Ganze deutlich anders als Richterin Aleta A. Trauger bewertet und das Schild neutral sieht.

Das Urteil ist jedoch gefallen und nach einer intensiven Prüfung bekamen die Kläger nun Recht. Die Schilder müssen nun wieder verschwinden.

Manchmal ist es eben doch besser, das eigentlich „Normale“ auch als „normal“ und unkommentiert stehenzulassen, anstatt viel Aufhebens um eine Sache zu machen, die im 21. Jahrhundert keine Besonderheit mehr darstellen sollte.

 

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