Was wird nach der anders Hochzeit alles anders?

Viele queere Paare haben darauf hingefiebert, gehofft und sich schlussendlich einen großen Traum erfüllt: sie heiraten. Aber: Was ändert sich eigentlich durch das berühmte „Ja, ich will!“?
Selbstverständlich bleibt in jedem Fall zu hoffen, dass die Liebe nach wie vor gleichbleibt und die eigene Beziehung ein weiterer Beweis dafür, dass es möglich ist, bis an sein Lebensende glücklich zu sein, wird. Aber: So bürokratisch es auch klingen mag, ist es auch wichtig, sich mit anderen „Rahmenbedingungen“ auseinanderzusetzen.

Achtung: Die folgende Auflistung ist nicht vollständig, zeigt aber einige wichtige Schwerpunkte auf.

Nach der Hochzeit ist vor der Ehe

Veränderung Nr. 1: Der steuerliche Aspekt

Ein absoluter Klassiker! Die Einkommenssteuer kann nun zusammen veranlagt werden. Auf diese Weise ist es oft möglich, Geld zu sparen. Denn: So ist es beispielsweise möglich, die Grundfreibeträge jeweils komplett auszunutzen. Als Folge sinken die Steuersätze. Das Ganze lohnt sich besonders dann, wenn ein Partner deutlich mehr als der andere verdient.

Veränderung Nr. 2: Erbangelegenheiten

Stirbt ein Ehepartner, ist automatisch der andere erbberechtigt. Er bekommt die Hälfte des Erbes. Die andere Hälfte geht an die Kinder (sofern welche zur Familie gehören). Abweichungen hiervon sind nur dann legitim, wenn sie ganz offiziell via Testament festgelegt wurden. So ist es dann beispielsweise möglich, den Partner oder die Kinder mit einem höheren Prozentanteil zu bedenken.

Veränderung Nr. 3: Auskunft im Zusammenhang mit Krankheiten, Tod, usw.

Zugegeben: Hierüber möchte sich eigentlich niemand Gedanken machen, aber auch in Bezug auf Auskunftsrechte im Zusammenhang mit Krankheit und Tod des Partners verändert sich durch die Ehe einiges. Der Ehepartner zählt ganz offiziell zum Kreis der Angehörigen und ist daher dazu berechtigt, sich Auskunft erteilen zu lassen.

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Doch Achtung! Hier geht es im ersten Schritt tatsächlich nur um die Auskunft. Weiterreichende Entscheidungen müssen über eine Patientenverfügung abgeklärt werden. Hier ist es ratsam, schon frühzeitig miteinander zu sprechen, um im Notfall – zum Beispiel im Zusammenhang mit einem plötzlichen Unfall o. ä. – zu wissen, was zu tun ist.

Veränderung Nr. 4: Der Name

Hierbei handelt es sich sicherlich um das – zumindest im ersten Schritt – auffälligste Detail: Ein Partner ändert den Namen! Wirklich? Immer? Nein. Heutzutage stellt es auch kein Problem dar, den eigenen Namen zu behalten und weiter wie bisher zu unterschreiben.

Wer seinen Namen jedoch ändern möchte, sollte sich eine kleine „Checkliste“ anlegen. Immerhin ist eine Namensänderung mit viel Arbeit verbunden. Unter anderem muss ein neuer Personalausweis und ein neuer Führerschein beantragt und meist auch eine neue E-Mail Adresse angelegt werden. Im Internet gibt es viele Listen dieser Art, die größtenteils eine gute Grundlage für die entsprechend notwendigen Aktionen bilden.

Veränderung Nr. 5: Die Rente

Irgendwann ist es an der Zeit, dass der Renteneintritt ansteht. Wer verheiratet ist, ist vom Versorgungsausgleich betroffen. Hier werden die Ansprüche der Partner addiert, dann wieder durch 2 dividiert und aufgeteilt.

Lohnt es sich überhaupt, zu heiraten?

Sicherlich sind viele Menschen der Meinung, dass es unpassend anmutet, sich diese Frage überhaupt zu stellen. Doch warum nicht? Wer sich mit Steuersätzen, Rentenansprüchen und Co. befasst, kann sich auch fragen, ob es nicht mindestens ebenso romantisch wäre, weiter in „wilder Ehe“ zu leben.

Die Frage kann sicherlich nur jeder für sich selbst beantworten. Auf das Herz und das Bauchgefühl zu hören, ist wahrscheinlich besser, als sich ausschließlich mit Statistiken zu befassen. Diese zeigen nämlich, dass die Scheidungsrate (im Zusammenhang mit ALLEN Ehen, die in Deutschland geschlossen werden) aktuell wieder steigt.
Ob bzw. inwieweit dies am Lockdown liegt, kann sicherlich nur vermutet werden. Fakt ist jedoch, dass die Scheidungsquote, Statistiken zufolge, im Jahre 2020 bei knapp 39 Prozent lag. Bis zum Jahr 2018 war sie, seit 2011, kontinuierlich gefallen. Doch wie so oft heißt es auch hier: Jeder schreibt seine eigene Geschichte.

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