Facebook Targetings, die auf sexuelle Orientierung abzielen, sollen verboten werden

Facebook ändert einmal mehr seine Richtlinien. Dieses Mal geht es um das Targeting, das vor allem für die Werbetreibenden auf der Plattform eine wichtige Rolle spielt. Ab dem kommenden Jahr soll es verboten sein, beispielsweise Werbung basierend auf Targetings wie „schwul“ usw. zu schalten. Kurz: die sexuelle Orientierung der Werbekonsumenten auf Facebook soll keine Rolle mehr spielen.

Facebook ändert die Werberichtlinien

Optionen für Werbekunden sollen eingeschränkt werden

In Zukunft haben Werbekunden bei Facebook weniger Möglichkeiten, ihre Anzeigen auf die jeweilige Zielgruppe zuzuschneiden. Genaugenommen soll es Einschnitte im Zusammenhang mit Gruppen geben, die laut der Social Media Plattform als „sensibel“ eingestuft werden. Stichtag für die Änderungen ist der 19. Januar 2022.

Ab diesem Tag werden entsprechende Targetings, die sich mit:

  • der sexuellen Orientierung eines Menschen
  • seiner Religion
  • seiner politischen Einstellung
  • seiner Ethnie
  • seiner Gesundheit

auseinandersetzen, nicht mehr angeboten werden. Unternehmen oder Organisationen, die dann zum Beispiel Regenbogenfamilien oder Transsexuelle ansprechen möchten, können ihre Kampagnen dementsprechend nicht mehr filtern.

Weshalb ändert Facebook die Werberichtlinien?

Grundsätzlich handelt es sich beim Targeting um eine tolle Funktion, um auf der Plattform im Idealfall genau die Menschen zu erreichen, die sich für ein bestimmtes Angebot interessieren könnten. Facebook begründet seine Entscheidung jedoch damit, dass befürchtet wurde, dass die entsprechenden Gruppen, zum Beispiel die Mitglieder der LGBTQI+ Community und andere, aufgrund des gezielten Targetings negative Erfahrungen machen könnten.

Der Konzert betitelt das Ganze als eine durchaus „schwierige Entscheidung“, da es Unternehmen weiter erlaubt sein solle, ihre Kampagnen entsprechend zu personalisieren. Auch wenn es derzeit so aussieht, als ob sich für Werbetreibende auf Facebook ab kommenden Januar einiges verändert, bleibt abzuwarten, ob sich das veränderte Targeting in dieser Form weiter durchsetzen lassen wird oder ob es möglicherweise „Schlupflöcher“ gibt.

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Vielleicht handelt es sich bei den Veränderungen auch um eine Antwort auf die Vorwürfe, die im Zusammenhang mit Facebook immer wieder laut werden. Immerhin gibt es mittlerweile viele Experten, die die Plattform kritisch sehen. Die Entscheidung, einzelne Gruppen auf diese Weise zu schützen, könnte ein erster Schritt auf dem Weg zu mehr Transparenz werden.

Queers auf Facebook – wie tolerant ist das Netzwerk?

Statistiken zufolge gibt es viele Queers, die – nicht nur in Deutschland – unter Cyber Mobbing leiden. Unter anderem nutzen zahlreiche User die Plattform als eine Art „rechtsfreien Raum“, indem sie andere beschimpfen und/ oder sogar bedrohen.

Obwohl es auf der Plattform durchaus Funktionen gibt, mit deren Hilfe Mobber gemeldet und blockiert werden können, zeigt der Alltag immer wieder, dass dieses Vorgehen häufig wenig bringt bzw. entsprechende Bemühungen im Sande verlaufen. Dementsprechend könnte die Entscheidung, im Zusammenhang mit Werberichtlinien hier ein wenig genauer hinzuschauen, tatsächlich von Vorteil sein.

Bei genauer Hinsicht zeigt sich jedoch, dass es mehr braucht, um die Community, die Anhänger von Religionen und viele andere Personengruppen nachhaltig zu schützen. Möglicherweise möchte sich die Plattform durch den neuen Namen („Meta“) auch in dieser Hinsicht neu erfinden. Letztendlich wird die Erfahrung zeigen, was die vor einigen Tagen angekündigten Schritte bewirken werden und welche Details es noch braucht, um das Netzwerk community-freundlicher werden zu lassen.

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