Aufgrund schwerer Ausschreitungen wurde der CSD in Tiflis abgesagt

Es sollte ein Zeichen für mehr Toleranz und Vielseitigkeit werden. Nun wurde der CSD in Tiflis aufgrund massiver Gegenproteste abgesagt.

Nationalisten überfielen ein Büro, in dem die Pride Organisatoren und -Organisatorinnen kurz vorher noch die Veranstaltung planten. Letztendlich blieb den Verantwortlichen nichts anderes übrig, als den diesjährigen CSD abzusagen… unter anderem auch deswegen, weil sich die Regierung ebenfalls gegen die Veranstalter stellten.

So wurde beispielsweise erklärt, dass keine Sicherheit gewährleistet werden würde. Der zuständige Premierminister Irakli Gharibaschwili sprach sich ebenfalls mehrfach für eine Absage des Events aus und drohte den Organisatoren und Organisatorinnen.

Der CSD in Tiflis wurde abgesagt

Eine erste Stellungnahme seitens der CSD-Verantwortlichen

Mittlerweile haben sich die CSD-Verantwortlichen von Tiflis zur abgesagten Veranstaltung geäußert und unter anderem deutliche Kritik an der Regierung geübt. Unter anderem heißt es in dem entsprechenden Statement, den demokratischen Werten sei der Krieg erklärt worden. Zudem sei in Kauf genommen worden, dass das Leben von Menschen in Gefahr gebracht werde. Jeder, der sich für Gleichstellung einsetze, hätte zum Opfer von Gewalt werden können.

Ein besonderes Problem sei es, dass all der Hass von der Regierung mitgetragen werde.

Letztendlich geht aus einem weiteren Statement hervor, dass es die Verantwortlichen als nicht tragbar empfunden hätten, trotz der massiven Proteste gegen den CSD auf die Straße zu gehen. Auf diese Weise wäre ansonsten das Leben von Menschen aufs Spiel gesetzt worden. Gleichzeitig habe man nicht im Geringsten vor, aufzugeben.

Der CSD in Tiflis wurde abgesagt

Auch die EU meldet sich zu Wort

Die homophoben Entwicklungen, die aktuell in zahlreichen Ländern der Erde wieder zunehmen, werden unter anderem auch von der EU skeptisch begutachtet. Mittlerweile haben mehrere europäische Länder das Vorgehen der Regierung in Tiflis verurteilt.

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Diejenigen, die im Rahmen der Proteste Gewalt ausgeübt hätten, müssten bestraft werden, während die Politik das Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit vertreten müsse.

Mittlerweile wurden auch schon Forderungen laut, der georgische Botschafter solle nach Deutschland zitiert werden, damit nach einer Lösung gesucht werden könne.

Queers und LGBTQ Unterstützer in Tiflis in Gefahr

Der CSD in Tiflis wurde abgesagt

Wer sich mit den erschreckenden Bildern aus Tiflis auseinandersetzt, erkennt schnell, dass die kurzfristige Absage des CSD hier – zumindest zu diesem Zeitpunkt – die einzig richtige Lösung darstellte.

Doch auch abseits der Veranstaltung gestaltet sich das Leben für die LGBTQ Community und ihre Unterstützer in Georgien alles andere als einfach. Daher erklärt es sich von selbst, weshalb es den Organisatoren und Organisatorinnen eigentlich so wichtig gewesen wäre, sich auf den Schutz der Regierung während der Veranstaltung verlassen zu können.

Erschreckenderweise ist es übrigens nicht das erste Mal, dass der Christopher Street Day in Tiflis abgesagt werden muss. Auch in 2019 konnte das Event nicht stattfinden. Damals waren es ebenfalls homophobe Gruppen – vor allem aus der rechten Szene – die es schafften, das Vermitteln der wichtigen Botschaften zu unterbinden.

Egal, ob im Rahmen kleiner oder großer Veranstaltungen: immer wieder kommt es in der Gegend in und um Tiflis zu Verletzten und Handgreiflichkeiten.

Der CSD in Tiflis wurde abgesagt

CSDs in Westeuropa – keine größeren Gegendemos, aber…

Verglichen mit der Situation in Tiflis sind die Gegebenheiten in vielen Ländern in Westeuropa weitestgehend entspannt. Dass es hier wirklich zu gewalttätigen Gegendemos kommt, ist extrem selten.

Dennoch gibt es selbstverständlich, unter anderem auch in Deutschland, viele Menschen, die der Queer Bewegung mit Skepsis oder Hass entgegenstehen.

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Im Unterschied zu Georgien können sich die LGBTQs jedoch in Westeuropa so gut wie immer sicher sein, dass sie von der Regierung ihres Landes geschützt werden. Ein großer Vorteil, der unter anderem dabei hilft, noch ein wenig selbstbewusster und in einem entsprechend abgeschirmten Rahmen agieren zu können.

 

Schon gewusst? Michael Michalsky wird der Jurror beim “Das Supertalent”.

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