Aktuelles LGBTQIA+ Ranking veröffentlicht: Welche Länder haben besonders gut abgeschnitten?

In regelmäßigen Abständen wird untersucht, wie queerfreundlich Europa ist. Die „International Lesbian and Gay Association Europe“ veröffentlicht in diesem Zusammenhang einen entsprechenden Länderbericht. Ein Blick hierauf zeigt, es gibt gute und weniger gute Neuigkeiten… und auch einige Überraschungen.
Aber: Der alte ist gleichzeitig auch der neue Spitzenreiter. Malta schaffte es mit beeindruckenden 92 Prozent (mal wieder) auf Platz 1. Dänemark hat es in diesem Jahr geschafft, seine Position zu verbessern und Platz 2 zu erklimmen. „Bronze“ ging an Belgien.
Und wo ist der Rest?

Das Rainbow Europe Ranking 2022

Ein Blick auf die anderen Platzierungen – Ein Ranking mit einigen Überraschungen

Deutschland schafft es im aktuellen Ranking der International Lesbian and Gay Association Europe lediglich, etwas mehr als 50 Prozent einzuheimsen. Noch schlechter steht Italien dar. Das Land bringt es nach Einschätzung der Verantwortlichen nur auf 25 Prozent.

Unter anderem wird im Rahmen der regelmäßigen Rankings untersucht, wie queerfreundlich die einzelnen europäischen Länder sind – sowohl innerhalb der Gesellschaft als auch auf gesetzlicher Ebene. Und hier gibt es noch teilweise viel zu tun.

Das Ranking basiert auf unterschiedlichen Kategorien, die im Einzelnen noch weiter aufgeschlüsselt wurden. Bewertet wird unter anderem in Bezug auf Bereiche wie „Gleichheit“, „Familie“, „Hasskriminalität“ und dem Umgang mit dem Thema „Gender“.

Das Rainbow Europe Ranking 2022

Großbritannien fällt im Ranking deutlich

Bei genauer Hinsicht war es eigentlich keine Überraschung: Großbritannien musste im Ranking einige Federn lassen. Während es beim letzten Mal noch Rang 10 belegte, findet es sich nun auf Platz 14 wieder. Gründe hierfür sind unter anderem die Tatsache, dass es hier noch ein wenig dauern dürfte, bis sogenannte Konversionstherapien endlich verboten werden. Zudem zeigt ein Blick auf Polizeiberichte und Kriminalitätsstatistiken auch, dass Homophobie hier auch innerhalb der Gesellschaft weitverbreitet ist.

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Österreich schaffte es im Ranking auch nur auf Platz 18. Viele Queers, die hier leben, erfahren immer wieder, dass die Gesetzgebung rund um Gleichberechtigung und Toleranz im Laufe der Zeit ein wenig ins Stocken geraten ist. Einer der Hauptangriffspunkte – laut Bericht – ist es, dass in Österreich aktuell immer noch viel zu wenig gegen homophobe Übergriffe getan werde.

Die bessere Position Deutschlands im Ranking sollte jedoch selbstverständlich auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass auch hier noch einiges getan werden muss. Etliche Queers geben an, Angst zu haben, auf der Straße Händchen zu halten und zu sich und ihrer sexuellen Orientierung zu stehen.

Das Rainbow Europe Ranking 2022

Statistiken und Co. – Wozu braucht man eigentlich Zahlen?

Für die einen sind es nur Zahlen, für die anderen ist es ein alarmierendes Zeichen. Denn: Auch wenn viele Menschen in der heutigen Zeit der Meinung sind, dass Queers doch „eigentlich ohnehin schon gleichberechtigt“ seien, sieht die Realität anders aus.
In vielen Ländern, unter anderem auch in Deutschland, werden Menschen, die beispielsweise nicht heterosexuell sind, in unterschiedlichen Bereichen des Alltags benachteiligt. Der Bericht der International Lesbian and Gay Association Europe behandelt jedoch nicht nur die einzelnen Platzierungen, sondern begründet auch, warum es Land „XY“ beispielsweise nur auf Platz „XY“ geschafft hat. Somit wird auch ein wichtiges Signal an die Politik ausgesendet.

Gleichzeitig werden die Länder, die hier in den letzten Jahren nachgebessert haben, natürlich auch belohnt. Unter anderem konnte die Ukraine im diesjährigen Ranking zulegen, da sich im Land einiges in Bezug auf das ehemalige Blutspendeverbot für Homosexuelle getan hat.

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Fazit: Es lohnt sich eben doch, hin und wieder genauer hinzuschauen, um die eigene Position zu hinterfragen und um festzustellen, wie lang der Weg bis zur vollkommenen Gleichberechtigung tatsächlich noch ist.

 

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