In einer Zeit, in der sich einige Künstler und Künstlerinnen darüber beschweren, nicht in gewohnter Weise und stattdessen zu Coronabedingungen aufzutreten, sorgt der CSD 2021 in Berlin für ein wenig Unmut in einigen Teilen der Bevölkerung.

Der Grund: einige Teilnehmer und Teilnehmerinnen standen ohne Maske in den Massen, feierten und tanzten ausgelassen. Mittlerweile hat auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hierzu laut der „Welt“ Stellung genommen und erklärt, eine solches Vorgehen passe „nicht zur aktuellen Pandemie-Lage“.

Er erklärte weiter, dass die Hygieneregeln für alle Menschen gelten würden – und zwar egal, zu welchem Zweck sie sich treffen.

Berliner CSD spaltet das Netz

Der CSD 2021 in Berlin – was war passiert?

Keine Frage: die CSDs, die vor der Corona Pandemie stattfanden, waren bunt, ausgelassen und vielseitig. Auch am letzten Wochenende ließen es sich viele Queers und Besucher nicht nehmen, für die Rechte der Community einzutreten. Laut offiziellen Polizeiangaben sollen weit mehr als 60.000 Menschen vor Ort gewesen sein. (Zum Vergleich: ursprünglich wurden „nur“ 20.000 Besucher erwartet.)

Hinzu kommt, dass – so beweisen es auch viele Bilder aus den Sozialen Netzwerken – die Hygienevorschriften, wie zum Beispiel Abstand und Maske – teilweise ignoriert wurden. Nicht von allen, aber von einigen.

Und: obwohl die Veranstalter eigentlich darum gebeten hatten, beim diesjährigen CSD in der Hauptstadt keinen Alkohol zu trinken, genossen einige Teilnehmer/-innen Bierchen und Co..

Der CSD 2021 in Berlin – im Nachhinein werden Proteste laut

Berliner CSD spaltet das Netz

Zugegeben: wer die Accounts der Berliner Polizei in den Sozialen Netzwerken am letzten Samstag verfolgte, erhielt zunächst den Eindruck, bei der Missachtung der Hygieneregeln handele es sich um einige „Ausrutscher am Rande“.

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Andere Bilder beweisen jedoch, dass es durchaus viele Menschen waren, die offensichtlich ihre Masken nicht ordnungsgemäß trugen und auch nicht den vorgeschriebenen Mindestabstand von 1,50 Meter einhielten.

Und genau deswegen – wahrscheinlich auch aufgrund des Kommentars von Nena, in dem sie erklärte, nicht zu verstehen, dass der CSD in dieser Form stattgefunden habe, ihr Konzert aber unter anderen Auflagen stattfände – entbrannte binnen weniger Stunden eine Diskussion im Netz, in der es im Wesentlichen um die Frage ging, ob der berühmte Zweck hier die Mittel heiligen könne.

Oder anders: ist es erlaubt, für die gute Sache zu Tausenden zu demonstrieren und Corona Regeln zu ignorieren, wenn kleinere Konzerte und Veranstaltungen deutlich strenger beurteilt werden?

Die Meinungen gehen nach wie vor auseinander. Das Statement von Jens Spahn zeigt jedoch, dass die politische Seite hier ein klares Statement zu vertreten scheint.

Eines der Hauptprobleme an diesem Tag scheint es jedoch gewesen zu sein, dass mit etwa 40.000 bis 45.000 (!) Teilnehmern weniger gerechnet wurde. Medienberichten zufolge hätten sich auch einige Besucher und Besucherinnen darüber beschwert, im Verlauf der Strecke sei es, aufgrund zu enger Wege, hin und wieder gefährlich geworden.

Querdenker wollen ebenfalls demonstrieren

Ein Aspekt, der noch weiter Öl ins Feuer gießt, ist die Tatsache, dass auch die Querdenker seit einiger Zeit verstärkt auf ihr Recht zu demonstrieren, pochen. Viele Veranstaltungen wurden in der Vergangenheit bereits abgesagt.

Die Leidtragenden könnten in diesem Zusammenhang einmal mehr die Polizisten sein, die damit beauftragt werden, die Demonstrationen zu schützen bzw. dafür zu sorgen, dass die Hygienevorschriften eingehalten werden. Frei nach dem Motto „Warum dürfen wir nicht, wenn die Anderen dürfen?“ könnte es zu einer Art Erklärungsnot kommen.

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In den Medien wird das Vorgehen der Polizei im Rahmen des CSD in Berlin mittlerweile – genau aus diesen Gründen – scharf kritisiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Kluft zwischen den verschiedenen Parteien nun noch ein wenig breiter geworden ist, ist hoch.

 

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