Das Westin Leipzig steht mal wieder in den Schlagzeilen

Die Nachricht schlug – unter anderem auf Social Media – ein, wie eine Bombe. Sänger Gil Ofarim postete ein Video und warf dem Westin Leipzig vor, aufgrund der Tatsache, dass er eine Kette mit einem Davidstern trug, nicht bedient worden zu sein.

Ein „Herr W.“ habe ihn aufgefordert, die Kette abzulegen. Wie schockiert der „Let’s Dance“ Sieger hierüber war, stand ihm einige Minuten nach dem Vorfall ins Gesicht geschrieben. Das Image des Hotels hat einen weiteren Knacks erfahren.

Mittlerweile wird berichtet, dass es – abgesehen von Gils Darstellungsweise – noch andere Berichte über die Vorfälle an der Rezeption gäbe. In der Gegendarstellung heißt es, der Sänger habe gepöbelt und sei mit dem Personal aneinandergeraten. Ob die Aufnahmen der Überwachungskamera Klarheit bringen werden, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass es nicht das erste Mal ist, dass einem Mitarbeiter des Hauses Vorwürfe dieser Art gemacht werden. Es ist noch nicht allzu lange her, dass Patricia Kellys Manager ähnliches über das Hotel berichtete. Damals ging es jedoch nicht um die Ausgrenzung einer bestimmten Religion, sondern um Homophobie und Rassismus.

Antisemitisch, rassistisch UND homophob?

Das Westin Leipzig und die Homophobie Vorwürfe aus dem Jahre 2020

Anlässlich der jüngsten Vorfälle rund um Gil Ofarim berichteten die Medien erneut über einen Vorfall, der sich im Westin Leipzig im Jahre 2020 ereignet haben soll. Damals buchte Patricia Kellys Manager Pierco Vecchiolo ein Zimmer. Seinen Beschreibungen zufolge beschwerte er sich beim Personal, weil das Bad nicht richtig sauber sei.

Daraufhin sei er vom Hotel Manager als „Drecksschwuchtel“ bezeichnet worden. Er solle „so schnell wie möglich“ in sein „Scheiß Land zurückreisen“. Schon damals waren viele von den – durchaus schwerwiegenden Vorwürfen – erschüttert.

Als sich Vecchiolo weiter, im Haupt-Sitz der Kette, beschwerte, folgte nicht etwa eine Entschuldigung, sondern das Verhängen eines Hausverbots. Laut einem Bericht auf RTL, in dem über das dazugehörige Schreiben gesprochen wird, heißt es, das Hotel habe das Hausverbot damit begründet, dass Kellys Manager den „Hotelbetrieb nachhaltig gestört“ habe.

Daher sei es Vecchiolo nun verwehrt, das Gebäude wieder zu betreten.

Antisemitisch, rassistisch UND homophob?

Wie geht es weiter?

Das Video, in dem Gil übe die Geschehnisse spricht, verbreitete sich in den Sozialen Medien wie ein Lauffeuer. Noch am Abend versammelten sich mehrere Menschen vor dem Hotel, um für Offenheit und Toleranz zu demonstrieren.

Mittlerweile hat das Westin Leipzig eine offizielle Stellungnahme abgegeben. In dieser heißt es, das Hotel sei weltoffen und lehne „jede Form von Intoleranz, Diskriminierung und Antisemitismus“ ab. Ein entsprechendes Verhalten werde „in unserem Hotel“ nicht geduldet.

Bis zur vollständigen Aufklärung wurde „Herr W.“ nun beurlaubt.

Aufgrund der Tatsache, dass mittlerweile jedoch eine Gegendarstellung existiert, die den Vorwürfen des Sängers widerspricht, könnte es sogar sein, dass der Fall juristische Konsequenzen nach sich zieht. Immerhin haben mittlerweile viele Menschen in den Sozialen Netzwerken ihrer Wut Raum gegeben. Einige von ihnen erklären offen, „niemals“ im Westin Leipzig einchecken zu wollen.

Bis schlussendlich Klarheit darüber besteht, was passiert ist, könnte es noch ein wenig dauern. Aufgrund der Reaktion des Sängers, seiner großen Reichweite und dem Umstand, dass er nicht den Eindruck macht, in dieser Sache klein beizugeben, ist davon auszugehen, dass anhand des Vorfalls ein Exempel statuiert werden könnte. Sollte sich zeigen, dass Gil im Westin Leipzig tatsächlich antisemitisch beschimpft wurde, dürfte ein Hausverbot nicht ausreichen, um die Vorfälle unter den Teppich zu kehren.

 

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