So gut wie jeder Mensch hat Vorurteile. Manchmal bewusst, manchmal auch vollkommen unbewusst. Viele Queers werden immer wieder mit den gleichen Sätzen rund um sexuelle Orientierung und „typisch queeres Verhalten“ konfrontiert. Und genau deswegen gibt es sie: die Klassiker, die sicherlich so gut wie jeden Queer zur Weißglut bringen und bei denen sich immer wieder die Frage stellt: wie reagiere ich auf diesen Müll?

Die folgenden fünf Sätze haben es definitiv geschafft, in die – nicht rühmlichen – Vorurteils-Charts aufgenommen zu werden.

5 Sätze, die Queers nicht mehr hören können

Satz Nr. 1: Du hast doch noch nie einen richtigen Mann/ eine richtige Frau gehabt!

Hier stellt sich natürlich die Frage: Was ist ein richtiger Mann/ eine richtige Frau? Nicht nur, dass dieser Spruch extrem überheblich wirkt, ist er schlicht auch noch wenig intelligent. Niemand entscheidet sich, weil er vom anderen Geschlecht enttäuscht wurde, bewusst dazu, beispielsweise schwul oder lesbisch zu werden. Genau das verstehen viele Menschen aber nicht. Leider.

Satz Nr. 2: Bist du in der Beziehung eigentlich der männliche Part?

Ein weiteres, klassisches Vorurteil! Um eine harmonische Beziehung zu führen, braucht es nicht zwangsläufig einen Mann und eine Frau. Daher besteht auch schlicht nicht der Bedarf, in „Mann“ und „Frau“ zu denken. Wohlgemerkt: Es gibt durchaus homosexuelle Paare, bei denen es beiden Spaß macht, entweder etwas femininer oder maskuliner aufzutreten. Auch hierbei handelt es sich jedoch nicht um eine bewusste Entscheidung, die nach dem Motto „Du so und ich so!“ ablaufen würde, sondern meist im individuellen Charakter begründet ist. Und überhaupt: Solange alle Beteiligten glücklich sind – was kümmert es Außenstehende, wer eventuell welche „Rolle“ einnimmt?

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Satz Nr. 3: Ihr geht doch eh alle fremd!

Hierbei handelt es sich um ein Vorurteil, gegen das sich vor allem schwule Männer zur Wehr setzen müssen. Eine passende Gegenantwort wäre, dass Statistiken immer wieder zeigen, dass Queers und Heteros sich in puncto Treue offenbar nicht deutlich unterscheiden. So erklären rund 30 Prozent der Heteros, den Partner/ die Partnerin schon einmal betrogen zu haben. Bedingungslose Treue sieht definitiv anders aus. Dementsprechend ist es sehr engstirnig, einem Menschen die Fähigkeit zur Treue abzusprechen, nur, weil dieser das gleiche Geschlecht liebt.

Satz Nr. 4: Das ist doch nur eine Phase!

Es gibt durchaus Queers, die irgendwann hetero werden. Ebenso wie bei Heteros, die irgendwann ihre Queerness entdecken, ist es jedoch sehr unhöflich, einem Menschen in einer bestimmten Phase seines Lebens seine Gefühle abzusprechen und diese nicht ernst zu nehmen.

Satz Nr. 5: Wären alle wie du, würden wir aussterben!

Das stimmt. Wären alle Männer schwul und alle Frauen lesbisch, würde es eng mit der „Fortpflanzung aus Liebe“. Aber: Nicht alle Menschen sind queer… Und nicht alle Heteros wollen Kinder. Daher lohnt es sich hier durchaus, ein wenig über den Tellerrand zu denken und sich davon zu verabschieden, einem anderen Menschen sein Leben und seine Liebe vorschreiben zu wollen.

Dementsprechend zeigt sich hier einmal mehr, wie wichtig es ist, dass die Gesellschaft so bunt ist, wie sie ist.

Wie sollte man auf Vorurteile reagieren?

Klar: Die oben erwähnten Sätze lösen bei vielen Menschen Emotionen aus. Es wäre aber definitiv falsch, hier wütend und tosend zu reagieren. Denn: Erstens dürfte es so noch schwerer fallen, Vorurteile abzubauen und zweitens ist ein Wutausbruch ohnehin wenig zielführend. Daher gibt es eigentlich nur zwei Lösungen:

  1. Ignorieren
  2. Sachlich argumentieren und hoffen, dass zumindest ein Bruchteil der Botschaft ankommt.

 

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