3 Tipps für ein möglichst unkompliziertes Outing

Ein Outing stellt auch heutzutage immer noch für viele ein großes Ereignis dar. Die Angst vor negativen Reaktionen, Ablehnung und Diskriminierung ist in vielen Köpfen immer noch sehr präsent und leider auch hin und wieder berechtigt. Wer einmal für sich erkannt hat, dass er homosexuell ist, wird schnell dem Problem konfrontiert, das viele Queers vor ihrem Outing hatten.

Die Betroffenen fühlen sich in ihrer eigenen Haut nicht wohl, da sie ihr wahres Ich verstecken „müssen“. Viele fühlen sich daher nach einem Outing extrem erleichtert. Doch bis dahin ist es oft ein langer Weg.

Fest steht aber auch: Ein Coming Out bleibt jedoch unabdingbar, wenn nicht an Lebensqualität eingebüßt werden soll. Einige Tipps können dabei helfen, das Coming Out einfacher zu gestalten. Negative Reaktionen können natürlich fatalerweise niemals zu 100 Prozent ausgeschlossen werden. Dennoch kann es helfen, diesen wichtigen Schritt im Voraus ein wenig zu planen.

3 Tipps für ein entspanntes Outing

So lassen sich gute Voraussetzungen für ein entspanntes Coming Out schaffen

Wer sich outen möchte, ist oftmals über nützliche Tipps dankbar. Diese können dafür sorgen, dass das Outing nicht komplizierter wird, als es für viele ohnehin schon der Fall ist. Positiver Zuspruch und Unterstützung aus dem nächsten Umfeld können hier tatsächlich Gold wert sein, um sicherzustellen, dass das eigene Selbstbewusstsein nicht unter der ein oder anderen „kritischen Reaktion“ leidet.

Tipp Nr. 1: Der richtige Zeitpunkt

Der richtige Zeitpunkt spielt für ein möglichst entspanntes Outing oft eine wichtige Rolle. Für das Überbringen der Nachricht sollte ein ruhiger und stressfreier Moment gewählt werden. Diejenigen, die aktuell einen Streit mit den Eltern haben, sollten vielleicht ebenso warten, wie diejenigen, deren Eltern gerade gestresst von der Arbeit nach Hause kommen.

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Ein gemütliches Frühstück, bei dem die Stimmung fröhlich und freundlich ist, kann den richtigen Zeitpunkt liefern, um die Worte: „Ich bin schwul.“, zu äußern. Wer diesen Satz nicht direkt „face to face“ aussprechen möchte, kann sich aber auch für eine andere Möglichkeit entscheiden…

Tipp Nr. 2: Einen Brief schreiben

Vielen Queers fällt es schwer, die Liebsten direkt mit dem Outing zu konfrontieren. Die Angst vor der jeweiligen Reaktion ist oftmals – zumindest über einen langen Zeitraum hinweg – stärker als der Wunsch, sich zu seiner Sexualität zu bekennen. Es ist jedoch gar nicht nötig, zu sprechen, wenn genauso gut geschrieben werden kann. In einem Brief ist es möglich, die eigenen Gedanken zu ordnen und vielleicht auch, zu begründen, wieso das Outing auf diesem Weg erfolgt.

Soll im ersten Schritt nur ein Elternteil „aufgeklärt werden“? Dann ist es ratsam, den Brief persönlich zu übergeben.

Tipp Nr. 3: Der passende Personenkreis der „Eingeweihten“

Klar: Irgendwann wird es Zeit, den Eltern die „große Nachricht“ zu überbringen. Aber müssen die beiden tatsächlich unbedingt die ersten Personen sein?

In jedem Fall ist es empfehlenswert, zuerst die Personen einzuweihen, denen zu 100 Prozent vertraut wird und bei denen davon ausgegangen werden kann, dass sie positiv auf die Nachricht reagieren werden. Genau dieser Personenkreis kann dann auch nach dem Outing dabei helfen, Zuspruch und Motivation zu geben, bis das eigene Selbstbewusstsein ein Coming Out bei den Eltern ermöglicht.

Grundsätzliches

Jede Person ist individuell und wird entsprechend auch anders mit einem Outing umgehen. Deshalb ist es wichtig, dem Umfeld ausreichend Zeit zu geben, damit dieses sich mit der neuen Situation anfreunden kann.

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Es sollte niemals eine direkte Akzeptanz vorausgesetzt werden. Ansonsten sind Enttäuschungen bereits vorprogrammiert. Manche Menschen reagieren möglicherweise im ersten Schritt sehr emotional und negativ, doch nach einiger Bedenkzeit akzeptieren viele die neue Situation – auch wenn es über einen langen Zeitraum hinweg nicht den Anschein hatte.

 

Auch der Profisportler Daniel Jervis hat sich geoutet 

One response to “3 Tipps für ein entspanntes Outing”

  1. Vielen Dank für diesen Bericht. Die Tipps sind für mich sehr hilfreich. LG

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