Streifenwagen in Großbritannien setzen auf Regenbogen Look

Die Polizei in Großbritannien möchte verstärkt auf das Problem der Homophobie aufmerksam machen. Daher fahren dort nun unter anderem ein paar Polizeiautos im „Regenbogen Look“. Auf diese Weise soll die LGBTQI+ Community unterstützt und ein Zeichen gesetzt werden.

Die Reaktionen auf dieses Vorgehen sind verschieden. Während es manche feiern, dass die britische Polizei sich dazu entschlossen hat, sich auf diese auffällige Weise gegen Homophobie auszusprechen, gibt es auch andere, die die Aktion kritisieren.

 Mit Regenbogen-Look gegen Hassverbrechen

Bunte Streifenwagen mit einer besonderen Botschaft

Die Streifenwagen der britischen Polizei im Regenbogen Look bergen gleich mehrere Botschaften in sich. Einerseits geht es um ein Statement für mehr Toleranz und eine Unterstützung für die Community.

Gleichzeitig sollen die Autos jedoch auch noch einen anderen Zweck erfüllen. Sie sollen dazu ermutigen, Hassverbrechen zur Anzeige zu bringen. Leider gibt es immer noch viele Menschen, die Opfer von Homophobie wurden, sich hierfür jedoch schämen und sich daher zurückziehen, anstatt direkt mit der Polizei in Kontakt zu treten.

Umso wichtiger ist es, die Brücke zwischen Polizei und Opfern auf derart auffällige Weise zu schlagen und zu zeigen, dass es sich bei den Beamten um die richtigen Ansprechpartner handelt.

Weitere Details rund um die LGBTQI+ Cars

Mit Regenbogen-Look gegen Hassverbrechen

Mittlerweile hat sich eine Vertreterin der britischen Polizei in den sozialen Netzwerken zu Wort gemeldet. Sie erklärt in einem emotionalen Video, wie wichtig es sein, dass sich die Opfer von Homophobie melden würden. Wie umfangreich Anfeindungen in diesem Bereich sein können, zeigt sich unter anderem darin, dass besagte Polizeichefin erklärt, man solle sich melden, „wenn etwas nicht richtig ist“. Anders ausgedrückt: Homophobie sollte – egal, ob verbal oder körperlich zum Ausdruck gebracht – niemals bagatellisiert werden.

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Offizielle Angaben darüber, wie viele Autos mittlerweile im „Regenbogen Look“ beklebt wurden, gibt es noch nicht. Dies liegt unter anderem daran, dass die Aktion (erstens) noch läuft und es (zweitens) den verschiedenen Dienststellen selbst überlassen ist, wie viele Autos sie „umstylen“ möchten.

Nicht alle finden die Aktion gut

Selbstverständlich sollte in diesem Zusammenhang auch nicht verschwiegen werden, dass es einige Menschen gibt, die sich mit der Aktion weniger anfreunden können.

So hat sich beispielsweise, laut einem Bericht des Telegraph, bereits ein Polizist zu Wert gemeldet, der darauf hinweist, dass es andere Arten von Verbrechen gibt, die im Alltag der britischen Polizei eine größere Rolle spielen würden als Gewalt gegen LGBTQI+.

Und auch hierzulande werden immer wieder Stimmen laut, dass ein derart präsenten Angehen des Problems möglicherweise ein falsches Zeichen sei, da „Randgruppen“ auf diese Weise noch mehr in die Kategorie „Randgruppe“ gedrängt werden könnten.

So oder so: die Aktion rund um die LGBTQI+ Polizeiwagen, die übrigens als „Hate Crime Cars“ bezeichnet werden, hat Aufsehen erregt. Bisher wurde der dazugehörige Post auf Instagram schon weit mehr als 1.200 Mal geliked. Auch die Hashtags „#DiversityMatters“ und „#PolicingWithPride“ lassen keine Zweifel daran, wie wichtig den Verantwortlichen das Thema zu sein scheint.

Mit Regenbogen-Look gegen Hassverbrechen

Polizei und Queers – ein teilweise schwieriges Verhältnis

Das Verhältnis zwischen Queers und der Polizei ist – nicht nur in Großbritannien, sondern auch in Deutschland – hin und wieder schwierig. Gerade im Rahmen von Demonstrationen, CSDs und Co. war in der Vergangenheit immer wieder von Vorwürfen der Gewalt gegen die Community zu lesen. Unvergessen: das Jahr 2016, in dem ein junger Kölner von Polizisten misshandelt und beleidigt wurde, im Nachhinein jedoch selbst verdächtigt wurde, Täter zu sein. Auf die Vorwürfe folgte ein zweifacher Freispruch.

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In anderen Ländern, wie zum Beispiel in Ungarn, scheint der Hass gegen Queers noch deutlicher spürbar zu sein. Hier kommt es – beispielsweise im Zusammenhang mit Veranstaltungen, bei denen die Community für ihre Rechte kämpft – oft zu gewaltsamen Ausschreitungen.

Das Statement der britischen Polizei könnte – aufgrund der Aktualität – weite Kreise ziehen. Auch (und hoffentlich) in internationaler Hinsicht.

 

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