Verbot für Konversionstherapien in Belgien soll in 2023 verabschiedet werden

Belgien könnte demnächst einen wichtigen Schritt in Richtung Gleichberechtigung, Toleranz und Selbstbestimmung gehen, Denn: Aufgrund eines Beschlusses des Ministerrats ist der Weg nun dafür geebnet, dass Konversionstherapien der Vergangenheit angehören könnten.

Hierbei würde es sich um einen wichtigen Schritt handeln, den andere Länder – unter anderem auch Deutschland – schon etwas länger hinter sich haben. Hierzulande sind sogenannte „Heilungsangeboten“ für Homosexuelle schon verboten.

Der Status Quo in Belgien gestaltet sich so, dass es jetzt am Parlament liegt, den Beschluss des Ministerrats weiter durchzuwinken. Letzterer hat bereits einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorgelegt. Oder anders ausgedrückt: Eigentlich gibt es schon einen Plan, der nur noch umgesetzt werden muss.

Konversionstherapien verbot in Belgien

Eigentlich ist Belgien Queers gegenüber sehr offen eingestellt

Die queere Community in Belgien ist im Laufe der letzten Jahre immer mehr gewachsen. Gleichzeitig sorgten viele Gesetzesänderungen dafür, dass sich die Menschen, die der Szene im Land angehören, hier meist sehr wohl fühlen.

Daher verwundert es eigentlich umso mehr, dass sich mit Hinblick auf die Konversionstherapien bisher noch nichts (oder zumindest nicht viel) getan hat.

Interessanterweise ist Belgien ansonsten ein Land, das für viele andere Länder als Vorbild diente, wenn es beispielsweise darum ging, Homosexualität zu legalisieren oder die Ehe für alle durchzusetzen.

Warum die Konversionstherapien bisher noch nie in Angriff genommen wurden, lässt sich schwer erklären. Umso erfreulicher ist es jedoch, dass das Thema jetzt anscheinend nicht mehr ausgeklammert wird.

Unter anderem betonten auch bereits viele Politiker und Politikerinnen in diesem Zusammenhang, dass es sich um ein Zeichen von Freiheit handele, so leben zu können, wie man es selbst möchte. Auch der Schutz der queeren Community spielt in Belgien nach wie vor eine wichtige Rolle. So hat es sich die Politik unter anderem auch zum Ziel gesetzt, die Mitglieder der Community zu schützen. Bei einer Konversionstherapie handelt es sich immerhin nicht um „irgendeine Behandlung“; sondern vielmehr um einen Eingriff, der immer wieder suggeriert „Du bist so, wie du bist, nicht gut!“. Und genau das kann enormen psychischen Druck ausüben.

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Wer Konversionstherapien in Belgien anbietet, soll bestraft werden

… so sieht es zumindest der neue Gesetzesentwurf vor. Besonders erschreckend wird das Ganze vor allem dann, wenn man sich vor Augen führt, wie die Opfer von konversionstherapien „behandelt“ werden. Hier geht es unter anderem um Erniedrigung, aber auch um körperliche Gewalt und sogar um Vergewaltigung.

Die meisten Menschen, die derartige „Behandlungen“ anbieten, haben einen sehr konservativen, oft religiösen Hintergrund. Oft kommen die Täter sogar aus der eigenen Familie.

Sollte der Gesetzesentwurf tatsächlich durchgewunken werden, dürften viele Queers in Belgien aufatmen … unter anderem auch deswegen, weil Menschen, die – trotz Verbot – noch versuchen, zu therapieren, eine Haftstrafe von bis zu zwei Jahren droht. Weiterhin dürfen sie, wenn sie sich schuldig machen, über einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren nicht mehr im sozialen Bereich arbeiten.

Die Schwelle, die überwunden werden müsste, um ab 2023 noch Konversionstherapien in Belgien durchzuführen, wäre dementsprechend deutlich höher.

In vielen Ländern sind Konversionstherapien schon verboten

Vor allem im Laufe der letzten Jahre wurden Konversionstherapien in immer mehr Ländern verboten. Allerdings sei der Vollständigkeit halber erwähnt, dass es auch unterschiedliche Abstufungen gibt. Für Deutschland gilt, dass „Therapien“ dieser Art nur für Personen unter 18 Jahren verboten sind.

Wer sich an den aktuellen Aussagen der Politiker orientiert, könnte jedoch Hoffnung haben, dass das Verbot auch hierzulande in Zukunft noch umfassender gestaltet werden wird.

 

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